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Was hilft gegen Mückenstiche?

Was hilft gegen Mückenstiche?Was hilft gegen Mückenstiche? - Foto: © PhotoArtBC #221807031 - stock.adobe.com

An heißen Tagen ist nächtliches Lüften im Sommer Pflichtprogramm. Doch während der drückenden Hitze im Schlafzimmer damit abgeholfen wird, wartet bereits das nächste Dilemma, das der Sommer mit sich bringt: Der nächste Besuch von Stechmücken. Kaum ist das Licht ausgeschaltet, machen sich diese durch ihr Gesumme deutlich. Sie auf Anhieb aus dem Schlafzimmer zu eliminieren ist fast unmöglich.
Nicht selten ist der Körper am nächsten Tag mit Mückenstichen übersät. Gleiche Szenerie spielt sich auch an Badeseen oder bei der Gartenparty an lauen Sommernächten ab. Stechmücken gehören leider mittlerweile dazu.

Warum stechen Mücken?

Für den Prozess der Fortpflanzung benötigen Stechmücken ein bestimmtes Eiweiß, welches vor allem in Blut zu finden ist. Dieses Eiweiß benötigen die Weibchen, um nach der Befruchtung Eier bilden zu können. Aus diesem Grund stechen nur die weiblichen Mücken zu. Das benötigte Eiweiß holen sich die Mücken aus dem Blut sämtlicher Lebewesen.

So werden nämlich nicht nur wir Menschen, sondern auch Tiere von den Stechmücken geplagt.

Menschen suchen sie allerdings besonders gerne auf, da sie von der Körperwärme und dem Körpergeruch, insbesondere von unserem Schweiß, angelockt werden. Denn bei der Zersetzung von Schweiß auf unserer Haut werden Stoffe wie Milchsäure, Harnsäure und Ammoniak freigesetzt. Stechmücken können diese Stoffe über weite Entfernung hinweg aufspüren.

Warum stechen Mücken?
Warum stechen Mücken? – Foto: © Holger T.K. #221847809 – stock.adobe.com

Diese Reaktionen sind zu erwarten

Hat eine Mücke zugestochen, so schwillt die Haut kreisförmig an und ein unangenehmer, meist extremer Juckreiz breitet sich aus. Teilweise schwillt der Stich zu einer deutlichen Quaddel an. Dies liegt an dem Sekret, welches die Mücke beim Stechen in die Einstichstelle abgibt. Das Sekret dient vorwiegend dazu, die Einstichstelle örtlich zu betäuben und die Blutgerinnung zu hemmen.

Der menschliche Körper reagiert jedoch auf diesen Stoff und schüttet in der Folge Histamin, einen Immunbotenstoff aus. Histamin lässt die Blutgefäße erweitern, daraufhin tritt mehr Flüssigkeit ins Gewebe, weshalb die Einstichstelle anschwillt, juckt und häufig auch warm wird.
Das Gute: Die in Deutschland verbreiteten, über 50 unterschiedlichen Mückenarten gelten alle als harmlos, während tropische und subtropische Mücken gefährliche Infektionen übertragen. Trotz der unangenehmen Reaktionen unseres Körpers auf den Mückenstich, sind die Stiche im Großen und Ganzen unbedenklich und nach wenigen Tagen schon wieder verschwunden.

Einem Mückenstich vorbeugen

Um die Stechmücken so gut wie möglich fernzuhalten, ist regelmäßige Körperhygiene wichtig, damit die Haut so gut wie möglich von Schweiß befreit ist. In den eigenen vier Wänden lässt sich mithilfe von engmaschigen Insektennetzen am Fenster vorsorgen.

Ventilatoren helfen ebenfalls, die Stechmücken fernzuhalten und ihnen das Handwerk zu legen.

Wer sich draußen aufhält, sei es im Garten oder am Badesee in der freien Natur, kann mit Anti-Mückenmittel präventiv reagieren. Auch ätherische Öle können Stechmücken fernhalten. Sofern es die Temperaturen zulassen, ist lange Kleidung hilfreich. (Mehr zum Thema: Welche Hausmittel gegen Mücken wirklich helfen)

Insektennetz am Fenster
In den eigenen vier Wänden lässt sich mithilfe von engmaschigen Insektennetzen am Fenster vorsorgen – Foto: © Piman Khrutmuang #440716701 – stock.adobe.com

Was tun, wenn die Mücke bereits zugestochen hat?

Konnte sich eine Stechmücke bereits am Körper austoben und einen oder mehrere Mückenstiche hinterlassen, so fällt es Betroffenen häufig schwer, dem unangenehmen Juckreiz zu widerstehen. Dennoch sollte dem Verlangen so gut es geht widerstanden werden, denn durch das Kratzen entsteht eine offene Wunde, die wiederum Angriffsfläche für Bakterien bietet und diesen den Zugang ins Blut ermöglicht. Dadurch kann sich die Einstichstelle entzünden und im allerschlimmsten Fall eine Blutvergiftung hervorrufen.

Um den Juckreiz zu lindern, ist es stattdessen empfehlenswerter, die betroffene Stelle mit Kühlpads oder Eiswürfeln zu kühlen. Dies hemmt zusätzlich den Entzündungsprozess. Außerdem haben sich auch Hausmittel wie Essig, frischer Ingwer, eine halbierte Zwiebel oder zwischen den Fingern verriebener Spitzwegerich bewährt.

Die Apotheke bietet darüber hinaus Gels und Salben an, die zum einen ebenfalls kühlend wirken und zum anderen mit einem Antihistaminikum die Abwehrreaktion unseres Körpers unterdrückt. Anstatt die Stelle zu kühlen, erzielt auch das Gegenteil die erwünschte Wirkung: Mithilfe von batteriebetriebenen Hitzestiften wird die Einstichstelle auf ungefähr 50 Grad erhitzt. Die heißen Temperaturen zerstören die für den Juckreiz verantwortlichen Eiweiße, die mit dem Sekret in unseren Körper abgegeben werden.

Mückenstich kühlen
Um den Juckreiz zu lindern, ist es empfehlenswert, die betroffene Stelle mit Kühlpads oder Eiswürfeln zu kühlen – Foto: © Animaflora PicsStock #287229679 – stock.adobe.com

Ab wann sollte ein Mückenstich untersucht werden?

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass mit dem Mückenstich Krankheitserreger in den Körper gelangen. Sollten die angewandten Hausmittel nichts bewirken und der Stich hingegen heiß werden und womöglich sogar anfangen zu pochen, so sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Saß die Stechmücke vorher zum Beispiel auf Hundekot, so kann diese Fäkalbakterien wie zum Beispiel Kolibakterien oder Streptokokken auf uns Menschen übertragen.

Die Erreger vermehren sich wiederum über unser Lymphsystem und können ein sogenanntes Lymphödem verursachen.

Es handelt sich hierbei um eine starke Anschwellung der Lymphen. Sobald die Bakterien den Blutkreislauf erreicht haben, kann es darüber hinaus zu einer Blutvergiftung kommen.
Gelangen zusätzlich durch das Aufkratzen der Einstichstelle Bakterien in die Wunde, ist eine gefährliche Mischinfektion mit den übertragenen Erregern nicht unüblich. In diesem Fall ist die Gabe von Antibiotika notwendig, um die Erreger zu bekämpfen.

Vorsicht bei allergischen Reaktionen

Mückenstiche können genauso wie Bienen- oder Wespenstiche allergische Reaktionen hervorrufen. Dies ist beim Mückenstich war viel seltener der Fall, allerdings nicht immer weniger riskant. Wer zu allergischen Reaktionen bei einem Mückenstich neigt, merkt dies bereits an den spürbar stärkeren Symptomen. So fällt der Juckreiz deutlich stärker aus und auch die Quaddeln werden größer.

In extremen Fällen kann es zu Übelkeit, kaltem Schweiß, Schwindel und sogar Herzrasen kommen. Ist bei einem Mückenstich eine ungewöhnliche Reaktion zu beobachten, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Treten die beschriebenen Herz-Kreislauf-Symptome auf, so ist sogar das Hinzuziehen eines Notarztes empfehlenswert.
Die Überreaktion wird wie auch beim Bienen- oder Wespenstich mit Adrenalin und Antihistaminika oder kortisonhaltigen Präparaten bekämpft.