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Warum ist Gemüse mit Bitterstoffen so gesund?

Warum ist Gemüse mit Bitterstoffen so gesund?Warum ist Gemüse mit Bitterstoffen so gesund? - Foto: © photocrew #197624381 - stock.adobe.com

Bitterstoffe sind insbesondere in Gemüse enthalten und sind gesund. Sie können die Verdauung fördern und Heißhungerattacken reduzieren. Nicht jeder mag den bitteren Geschmack, doch kann man sich daran gewöhnen. Jeder kann seinen Geschmack trainieren.

Was sind Bitterstoffe?

Bitterstoffe sind verschiedene chemische Verbindungen, die sich durch einen bitteren Geschmack auszeichnen. Es handelt sich nicht um eine einheitliche Gruppe von Pflanzenstoffen oder Nährstoffen. Zu den Bitterstoffen gehören Alkaloide, Polyphenole und Terpene.

Verschiedene Pflanzen enthalten Bitterstoffe, um Fressfeinde abzuwehren.

Viele Tiere, aber auch Menschen vermeiden den bitteren Geschmack. Menschen nehmen den bitteren Geschmack im Mund durch 25 Geschmacksrezeptoren, die als TAS2R-Rezeptoren bezeichnet werden, wahr. Dieses Warnsystem ist angeboren, denn häufig werden giftige Stoffe durch einen bitteren Geschmack signalisiert.

Was sind Bitterstoffe
Bitterstoffe sind verschiedene chemische Verbindungen, die sich durch einen bitteren Geschmack auszeichnen – Foto: © Nii Koo Nyan #562322000 – stock.adobe.com

Wirkung von Bitterstoffen auf die Gesundheit

Natürliche Bitterstoffe haben eine positive Wirkung auf die Gesundheit. Sie gelten als verdauungsfördernd, da sie den Appetit anregen und den Speichelfluss fördern. Sie verbessern die Produktion des Magensaftes. Die Fettverdauung wird erleichtert, da sie die Produktion von Gallenflüssigkeit erhöhen. Bitterstoffe regen die Darmtätigkeit an.

Bitterstoffe können auf unterschiedliche Weise den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Einige Bitterstoffe steigern die Insulinproduktion. Bei Menschen mit Prädiabetes können sie möglicherweise den Glukosespiegel senken.

Wissenschaftler arbeiten daran, die Wirkung von Bitterstoffen bei Morbus Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, zu erforschen.

Verschiedene Wirkungen von Bitterstoffen auf die Gesundheit sind noch nicht vollständig wissenschaftlich belegt. Bitterstoffe können möglicherweise die Abwehrkräfte steigern und zur Senkung von Fieber beitragen. Sogar eine antidepressive Wirkung wird ihnen nachgesagt.

Teilweise werden Bitterstoffe schon verwendet, um Stress, Erschöpfung und Müdigkeit entgegenzuwirken.

Zu den Bitterstoffen gehören auch Saponine, die vermutlich Krebszellen in ihrem Wachstum bekämpfen können. Auch Hautkrankheiten wie Neurodermitis können durch Bitterstoffe möglicherweise positiv beeinflusst werden.

Wirkung von Bitterstoffen beim Abnehmen

Bitterstoffe können den Appetit anregen und wirken sich auf die Sättigung und die Nahrungsaufnahme aus. Die Ergebnisse verschiedener wissenschaftlicher Studien über die Hormonausschüttung im Darm sind unterschiedlich.

Es ist nicht ausreichend belegt, ob Bitterstoffe das Verlangen nach Süßem hemmen und damit das Abnehmen fördern können.

Indirekt könnten Bitterstoffe das Abnehmen fördern. Gemüse, Salat und Kräuter können mit ihren Bitterstoffen die Bildung von Magensäure und Gallenflüssigkeit anregen und die Fettverdauung fördern.

Wirkung von Bitterstoffen beim Abnehmen
Bitterstoffe können den Appetit anregen und wirken sich auf die Sättigung und die Nahrungsaufnahme aus – Foto: © Lumixera #139194521 – stock.adobe.com

Lebensmittel, die reich an Bitterstoffen sind

Natürliche Bitterstoffe sind insbesondere in verschiedenen Gemüsesorten reichlich enthalten. Die folgenden Lebensmittel sind nur einige Beispiele für Bitterstofflieferanten:

  • Chicorée: Der Bitterstoff Intybin (heute meist als Lactucopikrin bekannt) ist im Chicorée enthalten, insbesondere im keilförmigen Strunk.
  • Artischocke: Das mediterrane Gemüse aus der Familie der Disteln enthält vor allem den Bitterstoff Cynaropicrin und den häufig erwähnten Inhaltsstoff Cynarin. Insbesondere die Blätter der Pflanze finden Verwendung bei der Arzneimittelherstellung. Der fleischige Teil der Blätter und der Blütenboden werden verzehrt.
  • Radicchio: Radicchio ist reich an verschiedenen Bitterstoffen und kann als Rohkost, aber auch gedünstet verwendet werden.
  • Endivie: Die Endivie enthält Intybin, ähnlich wie Chicoree, und kann als Salat roh, aber auch in Aufläufen gegart verwendet werden.
  • Rosenkohl: Rosenkohl ist reich an Bitterstoffen und ein ideales Wintergemüse. Mit einer Prise Zucker lässt sich die bittere Note beim Kochen mildern.
  • Löwenzahn: Die Wurzeln und Blätter von Löwenzahn enthalten den Bitterstoff Taraxin. Die Blätter können in Salat oder für Pesto verwendet werden.
  • Grapefruit: In der Grapefruit ist der Bitterstoff Naringin enthalten, der ihr die herbe Note verleiht.

Bitterstoffe sind auch reichlich in Ingwer, Kurkuma, Oliven, Wermut und grünem Tee enthalten. Auch Kakao, Kaffee und dunkle Schokolade enthalten verschiedene Bitterstoffe.

Warum mögen viele Menschen keine Bitterstoffe?

Wahrscheinlich spielt die evolutionäre Schutzfunktion eine Rolle, warum viele Menschen keine Bitterstoffe mögen. Der Bittergeschmack sollte ursprünglich vor giftigen Stoffen warnen. Die handelsüblichen Gemüsesorten mit Bitterstoffen sind unbedenklich. Kürbisgewächse stellen eine bedeutende Ausnahme dar: Wenn Zucchini, Kürbis oder Gurke einen seltsamen Bittergeschmack aufweisen, können sie giftige Cucurbitacine enthalten. Früchte dieser Art sind wegzuwerfen statt zu verzehren – durch Kochen werden die Giftstoffe nicht vernichtet.

Heute sind viele Lebensmittel gesüßt, was den bitteren Geschmack oft noch unangenehmer macht. Bei einigen Nutzpflanzen wurde der Anteil der Bitterstoffe im Laufe der Zeit weggezüchtet, sodass diese Pflanzen milder schmecken.

Köche entfernen bei der Verarbeitung oft bittere Pflanzenteile von Gemüse.

Schon in niedriger Konzentration können Bitterstoffe wahrgenommen werden. Wie unangenehm bitter ein Lebensmittel empfunden wird, hängt von der Art des Bitterstoffs, dessen Konzentration und auch der individuellen Empfindlichkeit ab.

Gewöhnung an Bitterstoffe

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich empfindlich auf Bitterstoffe. Mit wiederholtem Probieren von bitter schmeckenden Lebensmitteln kann sich der Mensch an diesen Geschmack gewöhnen.

Lebensmittel mit Bitterstoffen können zunächst in kleinen Mengen in die Mahlzeiten integriert werden. Später kann der Anteil dieser Lebensmittel gesteigert werden. Auch die Zubereitungsart kann den Geschmack mildern.

Ein übermäßiger Verzehr von Gemüse mit Bitterstoffen kann zu Bauchkrämpfen und Durchfällen führen.

Bitterstoffe in Form von Tropfen oder Sprays sind nicht zu empfehlen, da sie zumeist Alkohol enthalten. Wer sie verwenden möchte, sollte Rücksprache mit dem Arzt halten.