PFAS ist die Abkürzung für perfluorierte und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Diese künstlich hergestellten Stoffe gelten als Ewigkeitschemikalien, da sie nur schwer abbaubar sind.
Sie werden in der Industrie und in Konsumgütern verwendet. Da sie die Umwelt belasten, sollten sie von bewussten Konsumenten vermieden werden.
Was sind PFAS?
PFAS kommen nicht in der Natur vor und werden industriell hergestellt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zählt ungefähr 4.700 chemische Verbindungen zur Stoffgruppe der PFAS, darunter Perfluoroktansäure (PFOA) und Perfluoroktansulfonsäure (PFOS).
PFAS konnten inzwischen in der Umwelt und in der Nahrungskette des Menschen, aber auch im menschlichen Organismus nachgewiesen werden.
Sie gelangen in die Nahrungskette, da sie nur schwer abgebaut werden.

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Wo sind PFAS enthalten?
PFAS sind in Industrieerzeugnissen und daher auch in Konsumgütern enthalten. Menschen kommen laut BfR vorwiegend über Lebensmittel und über Trinkwasser, aber auch auf andere Weise mit PFAS in Berührung. Die Stoffe konnten bereits in pflanzlichen und in tierischen Lebensmitteln nachgewiesen werden, darunter in Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten, Eiern und Milchprodukten.
In den Lebensmittelproben, die in Deutschland untersucht wurden, waren laut BfR keine oder nur niedrige Konzentrationen von PFAS enthalten.
Über Lebensmittel nehmen Menschen PFAS nicht direkt auf. Die PFAS werden jedoch über Hausstaub, Luft und verschiedene Konsumgüter aufgenommen. Die Substanzen sind unter anderem in Druckfarben, Arzneimitteln und Beschichtungen enthalten. Sie haben schmutz-, wasser- und fettabweisende Eigenschaften.
Laut European Environment Agency (EEA) gibt es noch viele weitere Anwendungsgebiete für PFAS. Sie sind auch in Outdoor- und Arbeitsbekleidung, Lebensmittelverpackungen aus Papier, Wachs, Teppichen, Körperpflegemitteln, Feuerlöschschaum und Schmiermitteln enthalten.
Auch in speziellen Lacken, Farben und anderen Baustoffen sowie in Pestiziden werden PFAS verwendet.
Menschen nehmen über Konsumgüter auch die Vorläuferverbindungen von PFAS auf. Diese Vorläuferverbindungen können später zu PFAS abgebaut werden.

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Schädliche Wirkung von PFAS
PFAS wirken sich negativ auf die Umwelt und auf den Menschen aus. Sie gelangen bei der Herstellung und Verwendung, aber auch bei der Entsorgung von Abwasser und Abfall in die Umwelt, wo sie sehr stabil sind. Sie können nicht durch Mikroorganismen, Sonneneinstrahlung und andere Prozesse aufgespalten werden.
PFAS sind nicht biologisch abbaubar und reichern sich daher im Boden, in Gewässern und im Grundwasser an. Sie gelangen dann in die Nahrungskette und in den menschlichen Organismus.
Auch wenn der Mensch PFAS nur in geringen Mengen aufnimmt, können diese Substanzen langfristig die Gesundheit beeinträchtigen und sich auf verschiedene Weise negativ auswirken:
- Unterdrückung des Immunsystems und seiner Reaktionen
- niedrigeres Geburtsgewicht bei Babys, wenn sie bereits im Mutterleib mit PFAS in Berührung kommen
- Beeinträchtigung der Spermienqualität von Söhnen
- Schädigung der Leber
- erhöhtes Risiko für Infektionen
Wissenschaftler haben die negativen Auswirkungen von PFAS auch in Tierversuchen untersucht. Möglicherweise können diese Substanzen auch die Entstehung von Krebs begünstigen. Forscher vermuten, dass PFAS auch das Erbgut schädigen können.
Aufnahme von PFAS vermeiden
Der Mensch kann nicht selbst die Aufnahme von PFAS beeinflussen. Mit einer Umstellung der Ernährung lässt sich die Aufnahme von PFAS nicht verhindern, da diese Stoffe in Wasser und in verschiedenen Lebensmitteln vorkommen.
Konsumenten, die nachhaltig handeln wollen, sollten laut Empfehlung des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) darauf achten, dass Produkte als PFAS-frei gekennzeichnet sind. Neben der Kennzeichnung „PFAS-frei“ weisen auch die Kennzeichnungen „PFC-frei“ und „fluorcarbonfrei“ darauf hin, dass keine PFAS enthalten sind. Produkte, in denen PFAS enthalten sind, müssen nicht zwingend eine entsprechende Kennzeichnung tragen.
Für Leitungswasser kann eine PFAS-Analylse vorgenommen werden, um festzustellen, ob das Wasser frei von PFAS ist. Dafür gibt es Testkits für den Heimgebrauch. Eine Wasserprobe wird entnommen und dann in ein Labor geschickt, wo eine Analyse erfolgt.

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PFAS mit bewusstem Einkauf vermeiden
Mit einem bewussten Einkauf können Verbraucher vermeiden, dass sie PFAS durch Konsumgüter aufnehmen.
Diese Substanzen befinden sich aufgrund ihrer schmutzabweisenden Eigenschaften in Anti-Haft-Beschichtungen von Töpfen und Pfannen, in Teppichen und Polstermöbeln, aber auch in Imprägnierungen für Schuhe und Textilien.
Für viele solche Produkte gibt es Alternativen.
Zukunftspläne beim Verbot von PFAS
Das Umweltbundesamt berichtet davon, dass ein europaweites Verbot von PFAS geplant wird. Die EU arbeitet an einer weitreichenden Beschränkung von PFAS. Langfristig sollen diese Chemikalien nahezu vollständig verboten werden. In Bereichen, für die es noch keine Alternativen gibt, sollen zeitlich begrenzte Ausnahmen gelten.
Über den gesamten Lebenszyklus von Produkten sollen die Emissionen von PFAS deutlich reduziert werden. Parallel dazu wird an technischen Lösungen zum Abbau von PFAS und zur Reinigung belasteter Gewässer geforscht.
Es gibt bereits ein technisches Verfahren, bei dem ein chemisches Verfahren zu einer Kettenreaktion führt, durch die PFAS zerfallen. Dieses Verfahren könnte möglicherweise künftig zum Abbau von PFAS genutzt werden.
Das Fraunhofer-Institut hat bereits 2023 von einer marktreifen Möglichkeit zur Reinigung von mit PFAS verunreinigtem Wasser berichtet. Nach Brandbekämpfungen könnte dieses Verfahren genutzt werden, da PFAS im Löschschaum enthalten ist und dann in das Grundwasser und in den Boden gelangt.








