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Ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich? Ein Überblick

Eichenprozessionsspinner gefährlichIst der Eichenprozessionsspinner gefährlich? Ein Überblick - Foto: © Tobias #355895653 - stock.adobe.com

In Deutschland breitet sich der Eichenprozessionsspinner immer weiter aus – und mit ihm die Frage, wie gefährlich seine Raupen wirklich sind. Der Nachtfalter selbst ist harmlos, doch seine Raupen, die an Stämmen und Ästen von Eichen leben, gelten als gesundheitsgefährlich. Sie verfügen über Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein, die allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atemprobleme auslösen können.
Wie gefährlich der Eichenprozessionsspinner im Einzelfall ist, hängt vom Larvenstadium und der Kontaktintensität ab. Im Folgenden erfahren Sie, woran Sie Raupen und Nester erkennen, welche Symptome auftreten können und wie Sie sich richtig schützen.

Aussehen des Eichenprozessionsspinners

Der Eichenprozessionsspinner ist ein in Deutschland heimischer Nachtfalter. Er selbst ist harmlos, doch seine Raupen sind gefährlich. Unter guten Bedingungen wie trockenen Sommern und milden Wintern kann er sich in manchen Jahren massenhaft vermehren. Die Larven können große Schäden anrichten.

Die Männchen des grauen Falters haben eine Flügelspannweite von ungefähr 2,5 bis 3,2 Zentimetern, während die Flügelspannweite der Weibchen bei etwa 3,0 bis 3,6 Zentimetern liegt. Auf den asch- bis braungrauen Flügeln der Männchen befinden sich zwei sichtbare Streifen. Die Weibchen sind dunkelgrau bis braungrau, mit schwächer ausgeprägten Streifen auf den Flügeln.

Der Eichenprozessionsspinner ist behaart, doch sind die Haare des Falters für Menschen ungefährlich.

Zum Schutz vor Feinden legen die Eichenprozessionsspinner am Stamm und in den Astgabeln von Eichen ihre typischen Gespinstnester an. Sie verlassen die Nester nachts in langen Kolonnen, um zu fressen. Die Raupen sind dabei nicht ausschließlich nachtaktiv, sondern fressen überwiegend nachts und ruhen tagsüber in den Nestern.
Eichenprozessionsspinner werden häufig mit der ungefährlichen Gespinstmotte verwechselt, die jedoch ihre Nester eher zwischen Ästen von Bäumen und Büschen spinnt.

Seit den 1990er Jahren breitet sich der Eichenprozessionsspinner verstärkt in Deutschland aus. Er ist am häufigsten in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz anzutreffen. Mittlerweile ist die Art nahezu bundesweit verbreitet und stellt auch für die Natur eine zunehmende Herausforderung dar, da befallene Eichen geschwächt werden können. Einzelne Behörden – etwa in Mecklenburg-Vorpommern – meldeten zuletzt Rekordbefälle.

Eichenprozessionsspinner Nachtfalter
Der Eichenprozessionsspinner ist ein in Deutschland heimischer Nachtfalter – Foto: © Tim’s insects #253302540
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Aussehen der Raupe

So wie der Falter sind auch die Raupen des Eichenprozessionsspinners nachtaktiv. Sie sind jedoch überwiegend nachtaktiv, da sie hauptsächlich nachts fressen und sich tagsüber in den Nestern aufhalten. Sie müssen nach dem Schlupf sechs Larvenstadien durchlaufen, bis sie sich verpuppen. Während ihrer Entwicklung werden sie bis zu fünf Zentimeter lang.

Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen ihre Brennhaare aus. Die Raupen haben eine dunkle Rückenlinie, von der einige Bereiche behaart sind. Bei der Nahrungssuche bewegen sich die Raupen in einer Reihe und können an diesem Verhalten erkannt werden.

Eichenprozessionsspinner gefährliche Brennhaare Raupe
Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen ihre Brennhaare aus – Foto: © StefanKunze #362625253
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Eichenprozessionsspinner Nester erkennen

Zunächst lebend die Raupen des Eichenprozessionsspinners ohne Nest in Familienverbänden. Sie spinnen erst im Sommer ab dem fünften Larvenstadium zum Schutz vor Fressfeinden ihre Gespinstnester.

Die Nester bestehen aus einem durchsichtigen Geflecht aus Fäden und erinnern an Spinnweben.

Sie sind insbesondere am Stamm oder an dicken Astgabeln von Eichen anzutreffen.

Gefahr für die Gesundheit durch die Raupen

Die Eier, die jungen Raupen und die Falter selbst sind ungefährlich. Die Raupen werden ab dem dritten Larvenstadium gefährlich, wenn sie ihre Haare ausbilden. Die leicht brechenden Haare können mit dem Wind verbreitet werden und im Unterholz oder Bodenbewuchs landen.

Gefährlich werden die Brennhaare durch das enthaltene Nesselgift Thaumetopoein. Es kann über Jahre eine gesundheitsschädliche Wirkung in der Umwelt behalten, wobei die genaue Wirkdauer laut Umweltbundesamt wissenschaftlich noch nicht abschließend untersucht ist, und kann bei Menschen und Tieren Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems auslösen.

Gefahr für die Gesundheit durch die Raupen
Gefährlich werden die Brennhaare durch das enthaltene Nesselgift Thaumetopoein – Foto: © Tobias #355860881
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Symptome beim Kontakt mit den Brennhaaren

Auch ohne direkten Kontakt zu den Raupen oder Gespinsten können die Brennhaare der Raupen verschiedene Reaktionen hervorrufen. Dazu genügen schon die Brennhaare, wenn sie durch die Luft fliegen. Daher kann es auch außerhalb der Raupensaison im Sommer zu körperlichen Reaktionen kommen.

Typische Symptome sind starker Juckreiz, Hautausschlag (Quaddeln), Augenreizungen, und Atemwegsbeschwerden.

Fieber und Schwindel sind nicht typische Leitsymptome und treten nur selten unspezifisch auf. Es kann zu Entzündungen von Haut, Schleimhäuten und Bindehaut kommen. In seltenen Fällen kann ein allergischer Schock auftreten.

Was tun bei Kontakt mit den Brennhaaren?

Die Symptome nach dem Kontakt mit den Brennhaaren klingen meist innerhalb weniger Tage bis zu zwei Wochen ab, abhängig vom Ausmaß des Kontakts und der individuellen Empfindlichkeit. Sie können mit Antihistaminika oder einer entzündungshemmenden Creme aus der Apotheke gelindert werden. Die betroffenen Stellen sollten gekühlt werden.

Bei Atemnot oder einem allergischen Schock muss der ärztliche Notdienst direkt kontaktiert werden. Bei leichten Symptomen genügen Gele oder Lotionen, die auch bei Mückenstichen angewendet werden können. Ist es zu Augenkontakt gekommen, sollten die Augen mit viel Wasser ausgespült werden.

Eichenprozessionsspinner Gefahrenschild
Was tun bei Kontakt mit den Brennhaaren? – Foto: © Wild-Tarp #382700697
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Schutzmaßnahmen vor den Brennhaaren

Wer Raupen oder ein Nest des Eichenprozessionsspinners entdeckt, sollte sie nicht berühren. Das gilt auch, wenn die Falter bereits geschlüpft sind. Die Warnhinweise der Forstverwaltungen sind zu beachten. Die befallenen Gebiete müssen großräumig gemieden werden.

Wer den Aufenthalt in einem befallenen Gebiet nicht vermeiden kann, sollte Schutzkleidung, eine Schutzbrille und eine Schutzmaske tragen.

Die Kleidung sollte sofort gewechselt und gründlich bei 60 Grad gewaschen werden. Bei einem direkten Kontakt mit den Brennhaaren ist es wichtig, zu duschen und den gesamten Körper gründlich abzuspülen.

Gefahr des Eichenprozessionsspinners für die Forstwirtschaft

Der Eichenprozessionsspinner kann ganze Bäume und sogar Waldstücke kahlfressen, wenn er massenhaft auftritt. Eichen können nach einem Befall wieder austreiben. Werden sie jedoch wiederholt befallen, kann das gefährlich werden.

Vom Eichenprozessionsspinner befallene Bäume können geschwächt sein. Sie sind anfälliger gegen weitere Schädlinge und Trockenheit. Die Forstbehörde kann in Extremfällen die Raupen chemisch bekämpfen lassen.

Der Eichenprozessionsspinner ist in Deutschland nicht bundesweit meldepflichtig, jedoch wird eine Meldung an lokale Behörden oder Forstämter dringend empfohlen, da gesundheitliche Risiken bestehen.

FAQ – Gefahr des Eichenprozessionsspinners

Ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich für Menschen?

Ja, allerdings nicht der Falter selbst, sondern die Raupen ab dem dritten Larvenstadium. Ihre Brennhaare enthalten das Nesselgift Thaumetopoein und können Hautreizungen, Atembeschwerden und in seltenen Fällen einen allergischen Schock auslösen.

Wie lange sind die Brennhaare gefährlich?

Auch in alten, verlassenen Nestern bleiben die Brennhaare über Jahre wirksam. Man sollte daher auch leere Gespinste nicht berühren.

Ist der Eichenprozessionsspinner meldepflichtig?

Nein, eine bundesweite Meldepflicht gibt es nicht. Wer jedoch ein Nest entdeckt, sollte die zuständige Gesundheits- oder Ordnungsbehörde informieren, da eine Gesundheitsgefahr bestehen kann.

Was tun, wenn man mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen ist?

Betroffene Stellen kühlen, Kleidung wechseln und bei 60 Grad waschen, danach gründlich duschen. Bei Hautreaktionen helfen Antihistaminika oder entzündungshemmende Cremes aus der Apotheke. Bei Atemnot oder allergischem Schock sofort den ärztlichen Notdienst rufen.

Kann man Eichenprozessionsspinner-Nester selbst entfernen?

Nein, davon wird dringend abgeraten. Die Entfernung sollte ausschließlich durch Fachbetriebe mit entsprechender Schutzausrüstung erfolgen.

Wie unterscheidet man den Eichenprozessionsspinner von der Gespinstmotte?

Die Gespinstmotte ist harmlos und spinnt ihre Nester meist zwischen Ästen von Bäumen und Büschen, während der Eichenprozessionsspinner seine Nester direkt am Stamm oder in Astgabeln von Eichen anlegt.