Gewitter können bei Menschen, die unter Pollenallergien oder Asthma leiden, zu stärkeren Beschwerden führen. Ein sogenanntes Gewitterasthma kann entstehen, wenn verstärkt Pollen in der Luft schweben. Die Pollen werden in winzige Partikel zerrissen.
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Was hat es mit Gewitterasthma auf sich?
In Deutschland leiden ungefähr 15 Prozent der Erwachsenen unter saisonalen Allergien. Das macht ungefähr zwölf Millionen Menschen aus. Tränende, juckende und gerötete Augen, verbunden mit verstopften Nasen und Niesattacken, werden insbesondere durch Birken- und Gräserpollen verursacht.
Seit Jahren beginnt die Pollensaison aufgrund des Klimawandels immer früher – die Pollen fliegen zudem länger.
Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Pollenflug zeigt sich auch darin, dass sich die Blütezeiten vieler Pflanzen verlängern und die Belastung durch Allergene zunimmt, die Pollenkonzentration steigt stetig. Das bedeutet, dass sich immer mehr allergieauslösende Partikel in der Luft befinden.
Dieser Effekt kann durch Gewitter zusätzlich verstärkt werden. Die Pollen werden nicht nur durch starken Wind und heftigen Regen vermehrt in die Luft abgegeben. Sie werden auch durch Hagel und andere Einflüsse in winzige Fragmente zerrissen, was zu einer stärkeren Belastung führt.
Mit fortschreitender Erderwärmung treten schwere Gewitter immer häufiger auf. Häufig kommt es zur Zeit des Pollenflugs verstärkt zu Gewittern. Die Allergenbelastung erreicht in dieser Zeit ihren Höhepunkt und wird durch die Gewitter verschlimmert.

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Auswirkungen von Gewitter auf Pollen
Die Wahrscheinlichkeit und die Intensität von Gewittern werden durch steigende Temperaturen erhöht. Pollen können sich durch heftigere Winde, mehr Feuchtigkeit in der Atmosphäre und stärkeren Regen noch stärker verbreiten und zerfallen. Schmutz und andere Partikel werden bei Gewittern vom starken Wind durch die Luft gewirbelt.
Das Zusammenspiel von hoher Luftfeuchtigkeit, Regen und starkem Wind führt zu einer höheren Pollenbelastung bei Gewittern. Forschende vermuten, dass die Pollenkörner durch die Feuchtigkeit und die elektrostatische Aufladung osmotisch aufquellen und platzen, auch wenn der genaue Mechanismus noch nicht abschließend geklärt ist. Sie zerfallen in noch kleinere Partikel, die in die Umgebungsluft geschleudert werden.
Der Regen wäscht einen Teil der Pollen aus der Atmosphäre, doch die winzigen Partikel, die durch das Zerplatzen entstehen, können nach einem Gewitter noch mehrere Stunden in der Luft schweben.
Entscheidend ist die Größe der Partikel. In der Regel sind Pollenkörner zwischen 10 und 100 Mikrometer groß. In dieser Größe sind sie weniger schädlich für die Lunge als wenn sie in zahlreiche kleine Stücke zerfallen.
Das Gesundheitsrisiko steigt deutlich, wenn die Partikel kleiner als 2,5 Mikrometer sind. Sie können dann tiefer in die Atemwege eindringen und die Symptome von Asthma verstärken oder zum ersten Mal auslösen.
Auswirkungen winziger Pollen auf den menschlichen Körper
Aufgrund ihrer Größe können normale Pollenkörner nicht tief in die Lunge vordringen. Die winzigen Fragmente, die bei Gewittern entstehen, können jedoch schwere Asthmaanfälle auslösen. Die Lunge produziert große Mengen von zusätzlichem Schleim, der nur schwer abgehustet wird. Es kann zu einem krampfartigen Zusammenziehen der Muskulatur um die Atemwege, dem Bronchospasmus, kommen. Das Atmen wird schwerer. Schlimmstenfalls kommt es zu Atemversagen.
Im November 2016 wurde im australischen Melbourne der bislang schwerste Fall von Gewitterasthma dokumentiert.
Dort strömten mehr als 3.400 Menschen in die Notaufnahmen, da sie Asthmasymptome bemerkten. Es gab auch zehn Todesfälle. Nicht nur Asthmatiker, sondern auch Patienten, die vorher nicht unter solchen Beschwerden litten, waren betroffen.
Schutz vor allergischen Reaktionen bei Gewitter
Am häufigsten kommt es im späten Frühjahr und im Sommer zu Gewitterasthma, da dann die Pollenkonzentration am höchsten ist. Wer unter einer Pollenallergie leidet, sollte auf Gewitterwarnungen achten. Sie werden vom Deutschen Wetterdienst herausgegeben. Der Allergie-Informationsdienst des Helmholtz Munich informiert über die aktuelle Pollenflugsituation.
Die Pollenkonzentration steigt bereits zu Beginn des Gewitters kurzzeitig stark an. Allergiker und Asthmatiker sollten sich in geschlossenen Räumen aufhalten und ihre Notfallmedikamente bereithalten.








