Wirtschaft

Positive Signale für den deutschen Arbeitsmarkt

Positive Signale für den deutschen ArbeitsmarktPositive Signale für den deutschen Arbeitsmarkt - Foto: © Gorodenkoff #1433139898 - stock.adobe.com

In den meisten Wirtschaftsbranchen überwiegen gegenwärtig noch die Pläne zum Abbau von Jobs. Seit drei Jahren steigt die Arbeitslosigkeit in Deutschland kontinuierlich. Dennoch gibt es aufgrund der günstigeren Konjunktur einige positive Signale.

September-Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit hat bereits ihre September-Statistik vorgelegt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlicht in jedem Monat sein IAB-Arbeitsmarktbarometer als Frühindikator für die künftige Arbeitsmarktsituation. Dafür werden alle Arbeitsagenturen bezüglich ihrer Erwartungen für die kommenden drei Monate befragt.

Für die künftige Situation am Arbeitsmarkt hat auch das Münchner Ifo-Institut eine positive Prognose abgegeben. Der Stellenabbau wird gegenwärtig bei vielen Unternehmen gebremst.

Im dritten Monat in Folge ist das Beschäftigungsbarometer gestiegen. Es liegt jetzt bei 95,1 Punkten.

Dieser Wert wurde zuletzt im August 2025 erreicht. Er lag zuletzt nur im Juli 2024 noch höher. Der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, spricht davon, dass sich der Arbeitsmarkt stabilisiert. Er schränkt jedoch ein, dass eine echte Erholung noch nicht in Sicht ist, da Industrie und Handel weiterhin Stellen abbauen.

September Statistik der Bundesagentur für Arbeit
September-Statistik der Bundesagentur für Arbeit – Foto: © Ardan Fuessmann #889086218
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Wachstum der deutschen Wirtschaft

Neuesten Schätzungen zufolge wächst die deutsche Wirtschaft stärker als angenommen. Wie das IAB prognostiziert, schrumpft jedoch der Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbstätigen wird in Deutschland in den Jahren 2026 und 2027 insgesamt um 350.000 zurückgehen.

Im laufenden Jahr wird die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, also derjenigen, die in die Renten- und Krankenversicherung einzahlen, um 70.000 sinken.

Im kommenden Jahr wird der Rückgang bei weiteren 40.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegen.

Enzo Weber vom IAB erklärt das mit dem demografischen Wandel. Das Erwerbspersonenpotenzial wird durch die Verrentung der Babyboomer-Jahrgänge geschwächt. Zu wenig junges Personal kommt nach. Auch der Nettozuzug aus dem Ausland ist geringer. Laut Weber wird 2026 das erste Jahr seit der Weltfinanzkrise 2009 sein, das kein Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verzeichnet.

Wachstum der deutschen Wirtschaft
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Jobaufbau im Dienstleistungssektor

Das ifo-Institut sieht eine positive Entwicklung beim Jobaufbau im Dienstleistungssektor. Der Anteil von Unternehmen, die einen Jobaufbau planen, ist höher als der Anteil von Unternehmen, in denen Jobs abgebaut werden sollen.

Laut ifo-Institut werden zusätzliche Beschäftigte in Rechts- und Steuerberatungen, bei Wirtschaftsprüfern und in Ingenieurbüros benötigt.

Hoffnung besteht auch bei den Leiharbeitsfirmen.

Zuwanderer in vielen Berufen

In bestimmten Berufsgruppen in Deutschland stellen Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte bereits die Mehrheit. Wie das Statistische Bundesamt berichtet, wies 2025 eine Einwanderungsgeschichte insgesamt 27 % der abhängig Beschäftigten auf. Im Jahr 2025 hatten 56 Prozent der Küchenchefs und -chefinnen eine Einwanderungsgeschichte. In der Produktion von Lebensmitteln lag der Wert bei 55 Prozent. Sie waren auch in der Bodenverlegung (54 %), der Fleischverarbeitung und dem Gerüstbau (jeweils 51 %) die Mehrheit der Beschäftigten.

Auch in Engpassberufen liegt die Zahl der Beschäftigten mit Einwanderungshintergrund deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Bei den Berufskraftfahrern im Güterverkehr haben 41 Prozent, im Hotelservice 40 Prozent und in der Kranken- und Altenpflege 33 Prozent der Beschäftigten einen Migrationshintergrund.

Zuwanderer in vielen Berufen
In bestimmten Berufsgruppen in Deutschland stellen Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte bereits die Mehrheit – Foto: © K #2165726880
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Verbesserung der Lage in Aussicht

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit könnte in den kommenden Jahren gestoppt werden. Enzo Weber rechnet mit einem Anstieg der Zahl der Arbeitslosen 2026 um 50.000 und 2027 noch um 20.000 Personen. Er sieht keine klaren Verbesserungen, ist jedoch der Meinung, dass der Anstieg bei einer stabilen Konjunktur zu Ende kommen könnte.

Die Branchen entwickeln sich unterschiedlich. In der Industrie können Zehntausende Arbeitsplätze wegfallen.

Für 2026 wird ein Rückgang der Beschäftigten um 160.000 Personen, für 2027 noch einmal von 130.000 Personen erwartet. Die Rüstungsindustrie und deren Zulieferer könnten von höheren Verteidigungsausgaben profitieren.

Im öffentlichen Dienst, insbesondere bei der Kinder- und Altenbetreuung, ist mit deutlichen Zuwächsen zu rechnen.

Robuste Entwicklung der Weltwirtschaft

Deutschland könnte künftig wieder mehr exportieren, da sich die Weltwirtschaft relativ robust entwickelt. Die Ausfuhren in andere EU-Länder entwickelten sich positiv. Rückgänge waren bei den Exporten nach China und in die USA zu verzeichnen.