Ein gesunder Darm ist eine wichtige Voraussetzung für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden. Im Darm befindet sich eine Vielzahl an mikrobiellen Bewohnern, das sogenannte Mikrobiom. Gerät dieses Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, kann das verschiedene Erkrankungen begünstigen. Das aus mehreren Billionen Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen bestehende Mikrobiom kommuniziert mit dem gesamten Körper und trägt zu einer langfristigen Gesundheit bei. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, dass der Darm krank ist.
Inhaltsverzeichnis
Bedeutung der Darmgesundheit
Laut einer Studie des King’s College London von 2021 ist eine Gruppe von 15 spezifischen Darmmikroben mit einem geringeren Risiko für Erkrankungen wie Diabetes Typ 2 oder Adipositas verbunden (daneben identifizierte die Studie ein weiteres Panel von 15 Mikroben, die mit einem höheren Risiko einhergehen). Mit der Nahrungsaufnahme wird nicht nur der Körper ernährt. Auch die zahlreichen Mikroben im Darm bekommen dadurch ihre Nahrung. Ist das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht geraten, kann eine Analyse des Darmmikrobioms erfolgen. Auf der Basis der Analyse wird ein spezielles Ernährungsprogramm zusammengestellt.
Ein gesundes Darmmikrobiom und damit verbunden ein gesunder Darm tragen zur körperlichen Gesundheit, aber auch zur geistigen Gesundheit bei und können auch die Immunabwehr unterstützen.
Verschiedene Symptome deuten darauf hin, dass der Darm nicht gesund ist.

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Sodbrennen – wenn Säure in die Speiseröhre aufsteigt
Sodbrennen ist der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre und kann ein Hinweis auf ein gestörtes Gleichgewicht des Darmmikrobioms sein. Die Magensäure steigt leichter in die Speiseröhre auf, wenn sich im Bauchraum viel Druck aufbaut oder die Nahrung nicht richtig verdaut wird.
Hinter Sodbrennen kann auch ein Ungleichgewicht der Darmbakterien stecken. Die Beschwerden können durch Säureblocker kurzfristig gelindert werden. Allerdings stören Säureblocker langfristig das Darmmilieu und beeinträchtigen damit noch stärker die Darmgesundheit.

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Durchfall durch beschleunigte Verdauung
Durchfall kann auf einen kranken Darm hinweisen und entsteht durch eine beschleunigte Verdauung. Schadstoffe gelangen zu schnell in den Darm, während Nährstoffe nicht ausreichend aufgenommen werden. Ursachen von häufigen Durchfällen können Infektionen, ein Ungleichgewicht an Darmbakterien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein.
Ist der Durchfall chronisch oder kehrt er immer wieder, kann das zu Nährstoffmangel, Dehydration und einer weiteren Belastung des Darms führen.
Wenn sich die Beschwerden über mehrere Tage erstrecken und das tägliche Leben beeinträchtigen, sollten Betroffene einen Arzt konsultieren.
Verstopfung bei verlangsamter Verdauung
Ein weiteres Zeichen für einen ungesunden Darm kann eine Verstopfung sein, die durch eine verlangsamte Verdauung entsteht. Der Darm nimmt Nährstoffe und Wasser nicht richtig auf. Eine Verstopfung kann durch eine zu ballaststoffarme Ernährung, eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, ein Ungleichgewicht an Darmbakterien oder Bewegungsmangel verursacht werden.
Ist eine Verstopfung langfristig, wirkt sich das negativ auf die Darmgesundheit aus. Die Darmwand wird belastet, Entzündungen werden begünstigt. Ärztlicher Rat ist wichtig, wenn die Verstopfung regelmäßig auftritt oder über mehrere Tage anhält.

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Blähungen – wenn sich Gase im Darm sammeln
Blähungen sind außerordentlich unangenehm und entstehen, wenn sich Gase im Darm sammeln. Das führt zu Völlegefühl, Spannungsgefühl und aufgeblähtem Bauch. Häufig gehen die Blähungen mit Durchfall oder Verstopfung einher. Die natürliche Balance der Darmflora ist gestört. Bestimmte Bakterienarten gewinnen die Oberhand.
Die Ursachen von Blähungen können die Einnahme von Antibiotika, eine unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel oder Stress sein.
Wer häufig unter schmerzhaften Blähungen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen.
Blähungen werden auch durch eine gestörte Verdauung begünstigt. Nahrungsbestandteile wie Ballaststoffe, Laktose oder Zuckeralkohole gelangen unverdaut in den Dickdarm, wenn sie nicht richtig aufgespalten werden. Im Dickdarm werden diese Nahrungsbestandteile vergoren. Dabei entstehen Wasserstoff und Methan.
Hautprobleme als Hinweis auf einen kranken Darm
Schuppenflechte, Akne, Ekzeme und andere Hautkrankheiten können durch einen kranken Darm verursacht werden. Die Darm-Haut-Achse beeinflusst das Immunsystem und Entzündungen. Ist das Mikrobiom im Darm gestört, kann die Darmbarriere geschwächt werden. Entzündungsfördernde Stoffe gelangen ins Blut und führen zu Hautkrankheiten. Ein ausgewogener Ballaststoffkonsum kann sich günstig auf die Darmflora auswirken und so möglicherweise entzündungsbedingten Hautproblemen vorbeugen helfen, da das Wachstum natürlicher Darmbakterien gefördert wird.

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Ernährungsbedingte Defizite
Ein Hinweis auf ernährungsbedingte Defizite kann ein Mangel an Nährstoffen oder Vitaminen sein.
Die Betroffenen nehmen entweder nicht genügend Vitamine und Nährstoffe mit ihrer Nahrung auf oder können diese Nährstoffe über den Darm nicht ausreichend aus der Nahrung aufnehmen.
Menschen mit der langfristigen Autoimmunerkrankung Zöliakie, bei der das Immunsystem mit einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut auf Gluten reagiert, stellen ihre Erkrankung häufig erst durch Tests auf Nährstoffmängel fest.
Schlechte psychische Gesundheit
Die Ernährung wirkt sich auf die Stimmung aus. Das Verdauungssystem ist über die Darm-Hirn-Achse im ständigen Austausch mit dem Gehirn. Vom Glückshormon Serotonin werden ungefähr 90 Prozent im Darm gebildet. Ein Ungleichgewicht im Mikrobiom kann sich direkt auf Energie und Stimmung auswirken. Die Folgen können Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Angstzustände, Depressionen und andere psychische Erkrankungen sein.

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Was tun bei Symptomen einer schlechten Darmgesundheit?
Wer über einen längeren Zeitraum unter einem oder mehreren der vorgenannten Symptome leidet, sollte seinen Hausarzt konsultieren.
Ein Ernährungstagebuch gibt Aufschluss über die tägliche Nahrungsaufnahme und kann Rückschlüsse auf Defizite gewähren.
Die Betroffenen sollten im Ernährungstagebuch nicht nur festhalten, was sie zu sich genommen haben, sondern auch, wie sie sich täglich gefühlt haben. Das Ernährungstagebuch kann eine wichtige Grundlage für die Behandlung der Darmprobleme sein.
Verbesserung der Darmgesundheit
Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln trägt zur Darmgesundheit bei. Diejenigen, die wöchentlich mehr als 30 pflanzliche Lebensmittel zu sich nehmen, haben die größte Menge nützlicher Mikroben im Darm. Die Ernährung sollte neben Obst und Gemüse auch Pilze, Nüsse, Kräuter und Samen enthalten. Wer mit verschiedenen Gewürzen kocht und gemischte Samen zum Salat gibt, kann die Zahl dieser Lebensmittel schnell erreichen.
Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung kommt es auf genügend Bewegung an. Wer Stress vermeidet, trägt zu einem gesunden Darm bei.








