Sport

Schwimmen als gesunder Sport

SchwimmenSchwimmen als gesunder Sport

In den Sommermonaten ist es die wohl beliebteste Sportart. Schwimmen ist ideal, um Kondition und Muskeln in einem aufzubauen. Gleichzeitig kurbelt es unseren Stoffwechsel an und sorgt somit für die Verbrennung von Fett. Zudem schont es die Gelenke wie sonst kein anderer Sport. Und selbst wer sich nicht der Figur wegen dem Schwimmen hingibt, genießt das „Fliegen“ im Wasser jedes Mal aufs Neue. Im freien Gewässer kann es ein unvergessliches Erlebnis werden.

Woher kommt dieser Sport?

Die historischen Wurzeln des Schwimmens sind nicht wirklich nachweisbar. Keiner kann bis heute sagen, wann oder warum der Mensch zu schwimmen begann. Jedoch hielten sich auch vor Jahrhunderten, wenn nicht sogar Jahrtausenden die Menschen zwangsläufig in der Nähe von Wasser und Gewässern auf, sodass es mit Sicherheit auch damals schon überlebenswichtig war, des Wassers mächtig zu sein.
Forscher sind sich einig darüber, dass schon zu Zeiten der Steinzeit die Menschen gute Schwimmer gewesen sein müssen. Denn wer schwimmen konnte, konnte sich nicht nur vor Feinden an Land retten, sondern auch Hindernisse bei der Jagd überwinden.

In der Antike galt Schwimmen sogar als gute Etikette.

Angehörige des Adels und Königskinder waren im Besitz eines persönlichen Schwimmmeisters, selbst die Frauen durften schwimmen. Im antiken Griechenland galt Schwimmen als Teil der Bildung. Im antiken Rom war es zwar ebenfalls verbreitet, jedoch nicht der Bildung wegen, sondern zu militärischen Zwecken. Dort war es vor allem wichtig, dass man in der Lage war, mit Rüstungsmontur schwimmen zu können. Die Germanen hingegen machten das Schwimmen bereits damals schon zum Bestandteil ihrer Wettkämpfe.

Schwimmen in der Antike
In der Antike galt Schwimmen sogar als gute Etikette

Im europäischen Mittelalter jedoch nahm der Ruf des Schwimmens deutlich ab. Der heldenhafte Schwimmer galt nicht mehr als Symbol von Stärke und Kunst, sondern stand für Entblößung des menschlichen Körpers. Wasser galt als gefährlich, die mittelalterliche Philosophie ließ Gruselgeschichten von mörderischen Wasserdämonen und Ungeheuern aus der Erde sprießen. Wasser wurde von da an gemieden und eine Generation der Nichtschwimmer wuchs heran. Folglich war Ertrinken einer der zu dieser Zeit häufigsten Todesursache.

Im 17. Und 18. Jahrhundert erfolgte dann eine Phase der Aufklärung. Besonders der Engländer John Locke sowie der Franzose Jean Jacques Rousseau waren es, dank welchen Schwimmen wieder ein gutes Ansehen bekam und sich erneut zu einer sportlichen Disziplin entwickeln konnte. In Deutschland sorgte der Philanthrop Johann Christoph Friedrich Gutsmuths dafür, dass Schwimmen wieder Bestandteil der Bildung werde sollte. Es folgte ein grundlegendes Umdenken unter den Menschen, die sich langsam aber sicher wieder trauten, einen Fuß ins Wasser zu setzen.
1760 wurde in Paris wieder die erste Badeanstalt errichtet, in Frankfurt war es 1793 und in Heiligendamm bei Doberan 1793 soweit. Rund 200 Jahre später galt Schwimmen wieder als Freizeitbeschäftigung der Menschheit. Seit den 1960ern wird Schwimmen in der Schule als Pflichtsportart gelernt und gilt mittlerweile als nicht weg zu denkender Bestandteil der deutschen Bewegungskultur.

Darum ist Schwimmen so gesund

Wohl keine Sportart hat eine solche turbulente Entwicklung hinter sich, dabei ist Schwimmen eine der gesündesten Arten, sich fit zu halten. Es trainiert effektiv den Herz-Kreislauf und unseren Herzmuskel. Der Wasserdruck sorgt für eine Kompression unserer Blutgefäße an der Hautoberfläche, was dafür sorgt, dass das Blut zurück in den Brustraum transportiert wird und unser Herz in der Folge dagegenwirken muss. Das Herzvolumen vergrößert sich dadurch, die Herzfrequenz sinkt.

Unser Körper profitiert davon mit gesteigerter Leistungsfähigkeit und Stabilität.

Zusätzlich regt schwimmen die Durchblutung an, besonders in den Beinen. Das stärkt unsere Venen. Auch die Atemmuskulatur wird durch den Wasserdruck gestärkt, denn das Einatmen wird unter Wasser anstrengender. Außerdem ist keine Sportart so gelenkschonend wie Schwimmen.
So können sich auch stark übergewichtige Menschen sportlich betätigen, ohne Gelenk- oder Rückenprobleme zu riskieren, denn unter Wasser tragen wir nur noch ein Siebtel unseres gesamten Körpergewichts.

Schwimmer
Schwimmen trainiert effektiv den Herz-Kreislauf und unseren Herzmuskel

Schwimmen trainiert den ganzen Körper

Man sagt zwar, dass wir beim Joggen rund 70 Prozent unserer gesamten Muskulatur beanspruchen, doch beim Schwimmen trainieren wir noch mehr Muskelgruppen. Sämtliche Muskeln unseres Körpers werden gleichermaßen beansprucht, sodass sich die Muskulatur rundum aufbauen kann. Gleichzeitig stärken wir dadurch unsere Ausdauer und erzielt mindestens die gleichen Effekte wie Joggen.

Glücklicherweise verbrennen wir beim Schwimmen eine Menge an Kalorien. Durch die Belastung unserer Muskeln erhöhen wir unseren Grundumsatz. Laut einer Studie des Kölner Instituts für Prävention und Nachsorge gilt Schwimmen als der Fatburner schlechthin.
Demnach ist der Fett- und Energieverbrauch beim Schwimmen gleich hoch wie beim Radfahren, lediglich Joggen verbrennt auf die Stunde gesehen etwas mehr Kalorien – das liegt daran, dass wir beim Joggen gegen die Schwerkraft arbeiten. Dafür belasten wir beim Joggen jedoch auch unsere Gelenke mehr.

Schwimmen trainiert den ganzen Körper
Schwimmen trainiert den ganzen Körper

Schwimmen kann noch mehr

Schwimmen besitzt tatsächlich das Potential, gegen bestimmte Krankheiten ein Heilmittel zu sein. So kann es für Besserung bei Bluthochdruck und versteiften Arterien sorgen, was wiederum die Blutzufuhr im Gehirn verbessert.

Für Menschen mit Arthritis kann Schwimmen helfen, die Gelenkbeschwerden zu lindern, die körperliche Beweglichkeit zu trainieren und generell mehr Kraft aufzubauen. Die konstante Bewegung im Wasser zeigt sich darüber hinaus sehr förderlich für Menschen mit Multipler Sklerose, Parkinson, Demenz oder Autismus. Sogar Schlaganfall-Patienten profitieren von der Bewegung im Wasser.