FinanzenInternetLifestyle

Steuern für Influencer?

InfluencerSteuern für Influencer?

Obgleich viele junge Menschen Instagram und Co. zunächst nur als Hobby betreiben, kann diese Branche auch schnell Geld einbringen. Egal, in welchem Alter die Influencer, sobald damit Geld verdient wird und es sich um eine Einnahmequelle bzw. vielleicht sogar die Haupteinnahmequelle handelt, müssen sie sich mit Steuerpflichten auseinandersetzen.

Influencer – eine kurze Beschreibung des Jobs

Influencer sind Menschen, die durch digitale und soziale Medien Werbekunden für sich generieren. Das bedeutet, dass sie sich auf Instagram, Facebook und Co. eine Community aufbauen und diese beeinflussen. Je mehr der sogenannten Follower Interesse an der Person haben, desto mehr Interesse zieht diese Person in Bezug auf Werbeagenturen und Unternehmen auf sich.

Influencer oder auch Blogger veröffentlichen auf ihren Plattformen in der Regel Produkt-Feedbacks oder posten Bilder und Videos, die von den Werbekunden gesponsert werden.

Natürlich erhalten die Influencer für diese Leistungen Gegenleistungen. Das können neben Geld auch die jeweiligen Produkte, Gutscheine oder andere Wertgegenstände sein. Egal, welche Gegenleistung sie bekommen, alle Sachen haben einen Wert.
In Bezug auf die Follower steigert sich der Wert natürlich mit ansteigender Zahl. Pro 10.000 Follower kann ein Influencer bereits ca. 100 Euro für ein Bild verlangen (oder in Form eines Artikels bekommen).

Beschreibung Influencer
Influencer sind Menschen, die durch digitale und soziale Medien Werbekunden für sich generieren

Das Interesse des Finanzamts wächst

Da diese Branche im Verhältnis relativ neu ist und sich schnell entwickelte, war anfänglich niemandem so genau klar, was und wie die Sachen versteuert werden müssen. Inzwischen ist das Interesse seitens des Finanzamtes groß.

Das Bayrische Landesamt für Steuern hat zum Beispiel vor einigen Wochen einen FAQ-Katalog herausgebracht. Das bedeutet, dass zukünftig mehr und genauer geprüft wird, was die Influencer verdienen. Gerade junge Influencer setzen sich mit diesem Thema natürlich zunächst nicht auseinander.

Steuererklärung ist ein meistens Muss

Wer regelmäßig damit Geld verdient, muss eine Steuererklärung machen. Das liegt daran, dass die erwirtschafteten Einnahmen sogenannte steuerpflichtige Einkünfte eines Gewerbebetriebes sind.

Allein die Absicht, dass mit dieser Tätigkeit Gewinn erzielt werden soll, reicht bereits aus. (Absicht liegt vor, wenn die erwirtschafteten Einnahmen höher als die Ausgaben sind)

Wenn ein Influencer mit der Tätigkeit auf Instagram und Co. beginnt, muss im Vorfeld oder innerhalb der ersten vier Wochen ein Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausgefüllt werden. Innerhalb dieser Erfassung müssen etliche Fragen bezüglich des Einkommens, der Gewerbe- und Umsatzsteuer sowie der Steuervorauszahlung beantwortet werden. Werden falsche oder unvollständige Angaben gemacht, kann das schon den Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllen.

 Steuererklärung Influencer
Steuererklärung für Influencer ist meistens eine Muss

Der Gewinn wird aus der Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben berechnet und an das Finanzamt übermittelt – eben durch die jährliche Einkommenssteuererklärung. Diese muss übrigens auch zwingend fristgerecht abgegeben werden. Im Grunde ist es also egal, ob man letzten Endes Steuern bezahlen muss oder nicht. Um die Einkommenssteuererklärung kommt man nicht drum herum.
Eine Tücke bei Influencern: Wenn Werbekunden sie zu Übernachtungen einladen oder Gegenstände / Produkte schenken, handelt es sich dennoch um eine steuerpflichtige Sachzuwendung – Geschenk hin oder her. Welcher Wert diese haben müssen die Influencer dabei klären und nachweisen.

Unabhängig von der Steuerzahlung müssen Influencer noch weitere Erklärungen abgeben

Und zwar eine Einkommen-, Gewerbesteuer- und Umsatzerklärung. Zumindest sobald sie am Markt auftreten. Wenn das nicht gemacht wird, handelt es sich sozusagen um eine Steuerhinterziehung und kann strafrechtlich verfolgt und geahndet werden. Geld- oder Freiheitsstrafen können die Folgen sein, ebenso wie eine Untersagung ein Gewerbe zu führen. Dabei gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht und Ausreden ebenfalls nicht.
Wenn eine Person also sagt, dass sie nichts vorlegen kann, dann hat sie sozusagen Pech gehabt. Deswegen sollten Influencer ihre Einnahmen und Aufgaben immer dokumentieren.

Fakt ist: Influencer sind Unternehmer und diese müssen sich vor dem Beginn der Tätigkeit eingehend mit dem komplexen Steuerrecht des jeweiligen Landes auseinandersetzen.