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Vorzeitige Blüte (Schossen) bei Gemüse vermeiden

Vorzeitige Blüte (Schossen) bei Gemüse vermeidenVorzeitige Blüte (Schossen) bei Gemüse vermeiden - Foto: © cceliaphoto #269619280 - stock.adobe.com

Verschiedene Gemüsesorten wie Salat, Mangold, Radieschen oder Kohl gehen mitunter kurz vor der Ernte in Blüte, sie schossen (auch „schießen“ oder „aufschießen“ genannt). Die Qualität des Gemüses verändert sich. Wird rechtzeitig geerntet, können einige Gemüsesorten noch gegessen werden.
Das Schossen hat verschiedene Ursachen. Mit den geeigneten Maßnahmen lässt es sich verhindern.

Was tun, wenn das Gemüse zu blühen beginnt?

Zumeist ist das Gemüse ungenießbar, wenn es zu blühen beginnt. Es kann in der Küche nicht mehr verwendet werden und ist holzig, herb oder zäh. Häufig schmeckt es bitter. Bei Fruchtgemüse wie Gurken, Zucchini, Paprika oder Tomate ist die Blüte jedoch unbedingt notwendig, damit sich Früchte bilden.

Bei anderen Gemüsesorten wie Kohl, Zwiebeln, Wurzel-, Stiel- und Blattgemüse verdirbt das Schossen hingegen die Qualität und verhindert eine erfolgreiche Ernte. Wenn das Schossen frühzeitig entdeckt wird, lässt sich das Blattgrün von Kohl, Kohlrabi, Mangold, Spinat und Zwiebeln noch verwenden.

Petersilie darf, wenn sie blüht, nicht mehr verwendet werden. In ihren Pflanzenteilen reichert sie den Giftstoff Apiol an.

Als Zutaten für Salate und andere Speisen können Kohlblüten oder junge Radieschenschoten verwendet werden. Die kugelförmigen Blüten von Zwiebeln sind dekorativ und eine leckere Salatzutat oder Garnitur.

Gemüse zumeist ungenießbar nach dem blühen
Zumeist ist das Gemüse ungenießbar, wenn es zu blühen beginnt – Foto: © Mandy #1969614413
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Ursachen für das Schossen

Verschiedene Gemüsesorten wie Blumenkohl, Brokkoli, Radieschen und insbesondere Salat neigen unter bestimmten Bedingungen schneller zum Schossen. Auch Karotten, Rote Bete, Fenchel oder Zwiebeln schossen in einigen Jahren schnell.

Das sind die häufigsten Ursachen für das Schossen:

  • Jungpflanzen haben einen Kältereiz durch Spätfrost oder zu niedrige Bodentemperatur erlitten. Bei den verschiedenen Gemüsearten wirken Kältereize unterschiedlich. Kältereize zwischen 0 und 16 Grad Celsius können bei Gemüse eine vorzeitige Blüte auslösen. Dieser Kältereiz (Vernalisation) ist bei den meisten Gemüsearten der wichtigste Auslöser für vorzeitiges Schossen.
  • Tage sind länger als zwölf Stunden und können bei Fenchel, Salat oder Chinakohl zusätzlich eine Blüte auslösen.
  • Andauernde Trockenheit und ungleichmäßige Bewässerung können bei Gemüse wie Blumenkohl zu einer frühzeitigen Blüte führen.
Ursachen für das Schossen
Verschiedene Gemüsesorten wie Blumenkohl, Brokkoli, Radieschen und insbesondere Salat neigen unter bestimmten Bedingungen schneller zum Schossen – Foto: © Freer #1625173843
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Beeinflussen, wann das Gemüse blüht

Hobbygärtner können nicht komplett verhindern, dass ihr Blatt-, Stiel- oder Wurzelgemüse im Garten blüht. Die Blüte ist ein natürlicher Prozess den die Natur so vorgesehen hat, und tritt unter bestimmten Bedingungen ein. Pflanzen haben einen natürlichen Drang, sich zu vermehren, und bilden dafür Blüten aus.

Der Zeitpunkt der Blüte lässt sich jedoch beeinflussen.

Zweijährige Gemüsearten wie Lauch, Kohl oder Mangold blühen im Normalfall im zweiten Jahr im Frühjahr oder Sommer. Unter widrigen Bedingungen können sie jedoch schon früher blühen. Mit verschiedenen Maßnahmen lässt sich eine frühzeitige Blüte vermeiden.

Warum schosst Kohl? Ursachen und Kälteschutz – Niedrige Temperaturen vermeiden

Kohl gehört zu den Kreuzblütlern. Die meisten Kohlsorten sollten erst nach dem Winter blühen. Allerdings können die falschen Temperaturen während der Anzucht zu einer vorzeitigen Blüte führen. Auch andere Kreuzblütler wie Rettich, Radieschen oder Rucola können vorzeitig blühen.

Werden junge Kohlpflanzen über mehrere Tage oder Wochen Temperaturen von weniger als 12 Grad Celsius ausgesetzt, löst das einen Blühimpuls aus. Dieser Reiz ist am stärksten bei Temperaturen von 8 bis 12 Grad Celsius. Bei der Anzucht von Kohl sind niedrige Temperaturen unbedingt zu vermeiden.

Wurde der Kohl bereits ins Freiland gepflanzt, müssen die Jungpflanzen bei anhaltender Kälte mit Frostschutzhauben oder einem Vlies geschützt werden. Eine Blütenbildung im Anfangsstadium kann noch gestoppt werden. Bei einer Abdeckung mit Folie entstehen am Tage hohe Temperaturen. Sie können die Wirkung des nächtlichen Kältereizes aufheben. Die Pflanzen können auch in Töpfe gesetzt und ins Warme bei Temperaturen von 20 bis 22 Grad Celsius (unklar / nicht abschließend verifizierbar, als grober Richtwert für Zimmertemperatur zu verstehen) gestellt werden.

Warum schosst Kohl
Werden junge Kohlpflanzen über mehrere Tage oder Wochen Temperaturen von weniger als 12 Grad Celsius ausgesetzt, löst das einen Blühimpuls aus – Foto: © Bowonpat #2083276472
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Stress, Trockenheit und Nährstoffmangel vermeiden

Pflanzen blühen deutlich schneller, wenn sie Stress ausgesetzt sind. Sie sind bestrebt, das Überleben der nächsten Generation zu sichern, und bilden Blüten und Samen. Stress kann auf verschiedene Weise auftreten:

  • Trockenheit
  • Überhitzung
  • Kälte
  • Staunässe
  • schlechte Erde
  • Platzmangel
  • Überhitzung
  • Überdüngung
  • unreifer Kompost
  • Nährstoffmangel
  • Schädlingsbefall

Bereits bei der Anzucht kann das Gemüse unter Stress stehen, wenn die Pflanzen zu lange in kleinen Anzuchtgefäßen bleiben. Dieser Stress durch Platzmangel ist auch mit einem Nährstoffmangel verbunden, da die Nährstoffvorräte schnell verbraucht sind. Die Blätter werden immer heller.

Um das zu vermeiden, können die Jungpflanzen schon kurz nach der Aussaat, wenn sich die ersten Blattpaare bilden, pikiert und in größere Gefäße mit nährstoffreicher Erde gepflanzt werden.

Wer sein Gemüse auf der Fensterbank vorzieht, kann diesen Stress durch Platzmangel von Anfang an vermeiden und legt so den Grundstein für kräftige, weniger schossanfällige Jungpflanzen.“

Auf gleichmäßige Bewässerung achten

Bei Trockenperioden müssen Gemüsepflanzen bewässert werden, damit sie nicht vorzeitig blühen. Die Bewässerung muss regelmäßig und gleichmäßig erfolgen. Staunässe ist zu vermeiden. Gemüse reagiert auch empfindlich auf Schwankungen bei der Wasserversorgung.

Auf gleichmäßige Bewässerung achten
Bei Trockenperioden müssen Gemüsepflanzen bewässert werden, damit sie nicht vorzeitig blühen – Foto: © Varos #2016642457
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Pflanzen für einige Zeit verdunkeln

Langtagpflanzen wie Salat und Spinat treten an langen Tagen mit mehr als zwölf Stunden intensiver Sonne in die Vermehrungsphase ein und blühen. Das passiert an einem hellen, sonnigen Standort. Bei den meisten Gemüsearten ist dieser Effekt jedoch zweitrangig gegenüber dem Kältereiz (siehe oben); die Tageslänge spielt vor allem bei Fenchel, Salat und Chinakohl eine zusätzliche Rolle.

Sinnvoll ist ein schattiger Standort.

Nicht immer können die Pflanzen an einen schattigen Platz umgesetzt werden. Mit Abdeckungen aus lichtundurchlässigem Material können die Pflanzen für einige Zeit verdunkelt werden.

Schossfeste Gemüsesorten wählen

Verschiedene Gemüsearten werden im Handel bereits als schossfeste Sorten angeboten. Sie widerstehen dem Blühreiz länger. Je nach Saison können unterschiedliche Sorten gewählt werden. Schossfeste Sorten bei Salat sollten im Sommer angebaut werden. Für den Winter eignen sich frostharte Sorten.

Bei Salat ist auf den Saatgutpackungen zumeist vermerkt, ob es eine Sommer- oder eine Wintersorte ist. Als schossfest gelten beispielsweise die Kopfsalatsorten ‚Kagraner Sommer‘ und ‚Matilda‘, der Eissalat ‚Bennie‘ sowie Batavia- und Romana-Salate.

Spinat ist kein Sommergemüse. Schossfeste Sorten blühen daher mitunter, auch wenn sie als schossfest angepriesen werden. Wer im Sommer auf Blattgemüse nicht verzichten möchte, kann statt Spinat Mangold anbauen.

Schossfeste Gemüsesorten wählen
Verschiedene Gemüsearten werden im Handel bereits als schossfeste Sorten angeboten – Foto: © Chaiyaphruek #417786481
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Rechtzeitig ernten

Mit einer rechtzeitigen Ernte lässt sich die Blütenbildung bei verschiedenen Gemüsesorten vermeiden. Frostharte Gemüsesorten wie Grünkohl, Feldsalat, Winterkopfsalat, Lauch oder Asiasalat blühen zumeist im Folgejahr, wenn es wärmer wird. Es ist daher wichtig, sie rechtzeitig zu ernten.

Wintergemüse kann je nach Größe im Februar oder März geerntet werden. Es sollte spätestens im Mai abgeerntet sein. (Hinweis: Diese Zeitangaben sind als grobe Faustregel zu verstehen, sie können je nach Sorte, Region und Witterung abweichen.)

Fazit

Wer Gemüse schossen verhindern will, sollte vor allem auf Kälteschutz bei Jungpflanzen, gleichmäßige Bewässerung und schossfeste Sorten achten – dann bleibt mehr Zeit für eine reiche Ernte, bevor die Pflanzen in die Blüte gehen.
Gerade wer neu Gemüse anbaut, sollte diese Ursachen von Anfang an kennen, um Enttäuschungen bei der Ernte zu vermeiden.