Wer technische Geräte wie Handy, Notebook oder Smartwatch refurbished kauft, kann Geld sparen und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Es gibt verschiedene Portale im Internet, die sich auf solche Angebote spezialisiert haben. Oft können diese Geräte ähnlich leistungsfähig wie neue sein. Interessenten sollten jedoch vor dem Kauf genauer hinschauen.
Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet refurbished?
Geräte, die als refurbished angeboten werden, sind gebraucht. Allerdings bedeutet „refurbished“ nicht nur „gebraucht“. Sind die Geräte nur gebraucht, werden sie ohne Garantie und technische Prüfung angeboten. Wer sich hingegen für „refurbished“ entscheidet, kann von einigen Vorteilen profitieren.
Refurbished bedeutet, dass diese Geräte einen oder mehrere Vorbesitzer hatten, aber generalüberholt wurden. Bei diesen Geräten ist die technisch einwandfreie Funktionsweise gewährleistet.
Die Geräte wurden gereinigt, professionell aufbereitet, technisch geprüft und werden mit Garantie angeboten.
Professionelle Anbieter von Refurbished-Geräten können die Hersteller selbst oder Wiederverkäufer sein. Die Garantiezeit kann sich je nach Anbieter unterscheiden und beträgt meistens ein bis drei Jahre. Solche Anbieter kaufen gebrauchte Geräte im großen Stil an. Die Geräte können von Privatpersonen oder von Firmen stammen. Mitarbeiter testen den Zustand und die Funktionsweise dieser Geräte.

Vorteile beim Kauf von Refurbished-Technik
Es kann sich lohnen, Refurbished-Technik zu kaufen, denn sie ist nachhaltig und schont die Ressourcen. Rohstoffe werden gespart, Elektroschrott wird reduziert. Da die Geräte geprüft wurden und eine Garantie gewährt wird, können Käufer ihre Rechte geltend machen, wenn es zu Problemen kommen sollte. Häufig wurden Komponenten aufgerüstet.
Gegenüber dem Neukauf können Käufer mitunter bis zu 50 Prozent sparen und von der gleichen Leistung profitieren.
Oft handelt es sich um Premium-Geräte. Sie sind oft langlebiger als Budget-Geräte, die zwar neu sind, aber für wenig Geld angeboten werden.
Rechte von Käufern von Refurbished-Produkten
Zum Vergleich zunächst der Privatkauf: Der Erwerb gebrauchter Geräte von Privatpersonen erfolgt meist ohne Garantie. Die Garantie stellt eine freiwillige Leistung dar, die von Privatpersonen nur selten angeboten wird. Auch Privatverkäufer tragen grundsätzlich die Verantwortung für Mängel – es sei denn, sie haben die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen, was bei Privatverkäufen üblich ist. Der Verkäufer haftet trotz eines solchen Ausschlusses, wenn er einen Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit gegeben hat.
Ist das Gerät noch ziemlich neu, besteht mitunter noch eine Restgarantie beim Hersteller. Anhand der Garantiebedingungen muss der Käufer prüfen, ob die Garantie nur für den Erstkauf gilt oder auch noch beim Weiterverkauf gewährt wird.
Anders sieht es aus, wenn Refurbished-Geräte bei gewerblichen Händlern gekauft werden. Der Verkäufer ist verantwortlich für Mängel, die zum Zeitpunkt der Übergabe bereits vorhanden waren (gesetzliche Gewährleistung). Käufer sollten die Vertragsbedingungen genau beachten, da die Gewährleistungsfrist für gebrauchte Geräte auf ein Jahr verkürzt werden kann – dies ist die minimale Dauer. Ein alleiniger Hinweis in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) reicht dafür nicht aus: Der Käufer muss vor seiner Bestellung speziell auf die Verkürzung hingewiesen werden, und diese muss ausdrücklich und separat vereinbart werden.
Auch bei der Garantie ist es wichtig, genauer hinzuschauen. Die Garantiebedingungen informieren darüber, wie lange und wofür die Garantie gewährt wird. Beim Online-Kauf haben Kunden zusätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Ein Widerrufsbutton ist seit Mitte Juni 2026 Pflicht.

Gerät nach dem Kauf prüfen
Wer ein Refurbished-Gerät gekauft hat, sollte es nach Erhalt sorgfältig prüfen. Viele Anbieter gewähren freiwillig ein Rückgaberecht von 30 Tagen. Funktioniert das Gerät nicht oder weist es Defekte auf, kann es innerhalb dieser Zeit zurückgegeben werden. Käufer können eine Reparatur, Ersatz oder die Erstattung des Kaufpreises fordern.
Auch nach Ablauf der Rückgabefrist von 30 Tagen gewähren seriöse Anbieter nach dem Kauf eine Garantie von mindestens einem Jahr.
Bei einem Mangel, der vom Kunden nicht verschuldet wurde, kann sich der Kunde an den Anbieter wenden. Er kann das Gerät zurückschicken und eine Reparatur oder Ersatz verlangen.
Was Käufer von Refurbished-Geräten beachten sollten
Ganz wichtig beim Kauf von Refurbished-Geräten ist ein Blick auf den Zustand. Die Geräte können deutliche Gebrauchsspuren aufweisen, aber auch noch wie neu aussehen. Häufig gelten folgende Zustandsstufen:
- Wie neu
- Sehr gut
- Gut
- Akzeptabel
Zumeist handelt es sich dabei um den optischen Zustand. Die Definition für die Zustandsstufen kann sich je nach Anbieter unterscheiden. Es ist daher wichtig, die Beschreibung genau zu lesen. Häufig sind Fotos vom Gerät vorhanden. Sie sollten genau geprüft werden, denn sie können Abnutzungserscheinungen oder sichtbare Schäden zeigen.
Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der Akkuzustand. Der Akku sollte noch mindestens noch eine Restkapazität von 80 Prozent haben. Bei einer geringeren Akkukapazität können sich schon deutliche Leistungseinbußen zeigen. Die Laufzeit ist oft deutlich kürzere als bei neuen Geräten.
Der Lieferumfang ist ein weiteres Kriterium und hat Einfluss auf den Preis. Ein Netzteil oder Ladekabel wird nicht immer mitgeliefert. In der Produktbeschreibung sollte über den Lieferumfang informiert werden.








