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Was ist bei Haustierunfällen zu tun?

HaustierunfallWas ist bei Haustierunfällen zu tun?

Der Schreck ist groß, falls ein Hund oder eine Katze direkt vor das Auto laufen. Doch was tun, wenn die Vierbeiner infolge des Unfalls verletzt sind oder gar getötet werden?
Wer bei diesem Szenario einfach weiterfährt, muss mit hohen Kosten rechnen.

Die Unfallstelle schrittweise absichern

Gefahrenmomente sind vorprogrammiert, wenn ein Tier völlig unerwartet die Straße überquert. Bei einem Zusammenstoß dürfen Autofahrer auf keinen Fall weiterfahren.

Nach Aussagen von Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr – dem ACV – gelten für alle Unfälle die gleichen Regeln.

Deshalb ist es wichtig, zuerst an sicherer Stelle anzuhalten, daraufhin den Warnblinker einzuschalten, die Schutzweste anzuziehen, den Unfallbereich abzusichern und sich anschließend über den Zustand des Tieres zu erkundigen.

Unfallstelle absichern
Die Unfallstelle schrittweise absichern

Die Polizei kontaktieren

Falls das Tier verletzt ist und sich dessen Tierhalter nicht am Unfallort befindet, ist eine Kontaktaufnahme mit der Polizei unerlässlich.
Anschließend sorgt die Polizei dafür, dass ein Tierarzt an der Unfallstelle erscheint. Nach einer ersten Untersuchung empfiehlt der Tierarzt Schritte zur weiteren Vorgehensweise. Wer die verletzten Tiere hingegen ihrem eigenen Schicksal überlässt, muss sich unter Umständen des Vorwurfs der eigenen Tierquälerei bezichtigen lassen. Schlimmstenfalls droht eine Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro.

Polizei kontaktieren
Falls das Tier verletzt ist und sich dessen Tierhalter nicht am Unfallort befindet, ist eine Kontaktaufnahme mit der Polizei unerlässlich

Tipps zum Transport verletzter Tiere

Aus Gründen der Zeitersparnis raten Tierschützer sogar an, den Transport verletzter Tiere auch selbst zu übernehmen. In dem Fall sollten Autofahrer die Tiere auf eine Decke legen und daraufhin schnell zum Tierarzt bringen.

Weisen die verunfallten Tiere allerdings Droh- oder Abwehrreaktionen auf, sollten sie ihre eigene Gesundheit nicht gefährden und stattdessen auf die Ankunft der Polizei warten.

Einige Polizei-Dienststellen besitzen zusätzlich Chip-Lesegeräte, über welche die Besitzer der Tiere ermittelt werden können. Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass die Tiere gechipt und in Haustierregistern verzeichnet sind. Sind die Tiere durch den Unfall verstorben, müssen Autofahrer sicherstellen, dass von den tierischen Opfern keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer ausgeht. Beispielsweise sollten die toten Tiere nicht mitten auf der Fahrbahn liegen.

Unfallflucht: Ja oder nein?

Aus juristischer Sicht gibt es keine Verpflichtung für Autofahrer, die Polizei nach einem Haustierunfall zu kontaktieren. Dennoch sind Betroffene bei einem Unfall mit einer Meldung bei der Polizei auf der sicheren Seite. Weil Tiere juristisch als Sache betrachtet werden, ist bei einem Unfall möglicherweise der Straftatbestand der Unfallflucht die Rede.

Im Gegenzug sind Haustierbesitzer jedoch verpflichtet, auf die tierischen Familienmitglieder aufzupassen und für deren Wohlergehen zu sorgen. Besitzer der Tiere haben deshalb die Verantwortung, ihre Haustiere vor einem Unfall zu schützen. Entstehen an einem Auto infolge des Unfalls Schäden, müssen Tierbesitzer bzw. deren Versicherung finanziell für die Folgen aufkommen.

Unfallflucht bei Haustierunfall
Aus juristischer Sicht gibt es keine Verpflichtung für Autofahrer, die Polizei nach einem Haustierunfall zu kontaktieren

Welche Serviceleistungen deckt die Police ab?

Bei einer Kollision mit einem herrenlosen Tier ist eventuell die eigene Fahrzeugversicherung für den Schaden zuständig. Allerdings tritt die Versicherung nur in Kraft, wenn der Versicherungsvertrag den aufgeführten Schaden berücksichtigt.

Zahlreiche Standardtarife decken schließlich nur Wildschäden und keine Tierschäden im Allgemeinen ab.

Generelle Tipps zur Vermeidung von Unfällen mit Haustieren gibt es nicht. Eine häufige Ursachen der Zusammenstöße liegt vor, wenn die Tiere plötzlich aus dem Gebüsch auf die Straße laufen. In diesen Situationen können Autofahrer oft nur schwer reagieren.
Lässt sich die Kollision nicht vermeiden, gilt die gleiche Empfehlung wie bei Wildtieren, die spontan über die Landstraße laufen.

Keine Ausweichmanöver unternehmen

Damit Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden, sind größere Ausweichmanöver ein No-Go. Schließlich könnten Tiere in der Situation ebenfalls versuchen auszuweichen. Deshalb ist es ratsam, bei Bedarf schnell und gut zu bremsen. Allerdings sollte sich bei diesem Bremsmanöver nicht direkt dahinter ein Fahrzeug befinden.