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Unangenehmes Hicksen: Tricks gegen Schluckauf

Tricks gegen SchluckaufUnangenehmes Hicksen: Tricks gegen Schluckauf - Foto: © nicoletaionescu #684890980 - stock.adobe.com

Hin und wieder trifft es jeden: Schluckauf ist lästiges Hicksen, das zumeist beim oder nach dem Essen auftritt. In den meisten Fällen endet ein Schluckauf nach kurzer Zeit wieder von allein.

Wenige medizinische Untersuchungen

Aus dem Grund ist es zumeist überhaupt nicht erforderlich, aktiv gegen das Hicksen vorzugehen.

Zumeist verschwindet der Schluckauf nach einigen Minuten wieder von allein.

Dennoch gibt es zahlreiche Tricks und Empfehlungen, um das unangenehme Hicksen zu stoppen. Deren tatsächliche Wirkung ist wissenschaftlich jedoch nur wenig belegt.

Wenige medizinische Untersuchungen
Wenige medizinische Untersuchungen – Foto: © MQ-Illustrations #550760995 – stock.adobe.com

Schluckauf – was ist das?

Ein typisches Kennzeichen dieses Reflexes ist ein verkrampfendes Zwerchfell. Beim Schluckauf saugen Lungen so lange ruckartig Luft ein, bis sich Stimmritzen und der Kehldeckel im Körper verschließen. Hierbei entsteht das allseits bekannte Hicksgeräusch.
Nach aktuellem medizinischem Stand gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Verkrampfung durch einen gereizten Vagusnerv oder Zwerchfellnerv ausgelöst wird. Entspannt sich das Zwerchfell anschließend, ist der Schluckauf vorbei.

Schluckauf
Beim Schluckauf saugen Lungen so lange ruckartig Luft ein, bis sich Stimmritzen und der Kehldeckel im Körper verschließe – Foto: © nicoletaionescu #393009032 – stock.adobe.com

Verlauf des Vagusnervs

Vom Gehirn aus verzweigt sich der Vagusnerv bis in zahlreiche Körperpartien wie die Ohren, Kehle und Bereiche des Unterleibs oder Brustkorbs. Der Nerv verläuft zuerst neben der Speiseröhre und trifft anschließend auf das Zwerchfell, um dann gemeinsam mit dem Magen verbunden zu werden. Eine Beteiligung des Vagusnervs ist möglicherweise auch dafür verantwortlich, dass mit dem Magen und Zwerchfell verbundene Reize einen Schluckauf verursachen.

Laut medizinischen Erkenntnissen ist es nicht ausgeschlossen, dass in unerwarteten Körperregionen auftretende Reize oder Gefühlsregungen einen Schluckauf hervorrufen.

Häufige Gründe für Schluckauf sind vermehrtes Luftschlucken, zu schnelle oder übermäßige Nahrungsaufnahme oder zu kalte Speisen oder Getränke. Der Genuss von kohlensäurehaltigen und alkoholischen Getränken verursacht das Hicksen ebenso wie Gefühlsregungen, darunter Stress, Nervosität oder Aufregung.

Empfehlungen gegen Schluckauf

Zahlreiche Gegenmaßnahmen für akuten Schluckauf verfolgen den Zweck, Gegenreize zu aktivieren und das Hicksen auslösende Signal zu unterbrechen. Einige gut gemeinte Tipps legen nahe, Wasser im Kopfstand zu trinken, ein eiskaltes Glas Wasser zu trinken oder vom Schluckauf Betroffene zu erschrecken. Anderen Empfehlungen zufolge soll es ebenfalls helfen, sich mit geschlossenen Augen vorsichtig auf die Augäpfel zu drücken oder Wasser von der falschen Glasseite zu trinken.

Die Wirksamkeit all dieser Empfehlung ist jedoch wissenschaftlich kaum belegt. Stattdessen gibt es andere Methoden, um den Kohlendioxid-Anteil im Blut zu steigern und das Zwerchfell auf diese Weise zu entspannen. Zu diesen Methoden gehört beispielsweise die Option, für kurze Zeit die Luft anzuhalten oder in eine Papiertüte ein- und auszuatmen. Außerdem soll das unangenehme Hicksen ebenfalls gestoppt werden, indem Betroffene tief Luft holen, sich die Nase zuhalten und dabei versuchen, trotzdem durch die Nase auszuatmen.

Empfehlungen gegen Schluckauf
Zahlreiche Gegenmaßnahmen für akuten Schluckauf verfolgen den Zweck, Gegenreize zu aktivieren und das Hicksen auslösende Signal zu unterbrechen – Foto: © sebra #123434456 – stock.adobe.com

Positive Effekte durch die supra-supramaximale Einatmung

Für eine Bekämpfung von hartnäckigem Schluckauf empfiehlt sich die sogenannte supra-supramaximale Einatmung. Dieses Verfahren erzielte laut einer kleinen Studie eine positive Wirkung. Die in der Studie untersuchte Methode verursacht einen Anstieg von Kohlendioxid im Blut. Das Verfahren funktioniert in mehreren Schritten.
Nachdem Sie so weit wie möglich ausgeatmet haben, atmen Sie so stark wie möglich aus. Daraufhin halten Sie die Luft für zehn Sekunden an. Nun atmen Betroffene noch etwas mehr Luft ein, um die Luft anschließend wieder für weitere fünf Sekunden anzuhalten. Nun wieder etwas einatmen und die Luft erneut für fünf Sekunden anhalten. Im letzten Schritt atmen Sie wieder aus und daraufhin normal weiter.

Tipps im Umgang mit chronischem Schluckauf

Von chronischem Schluckauf ist ab einem Zeitraum von zwei Tagen die Rede. Diese Erkrankung tritt zwar relativ selten auf, sollte jedoch stets medizinisch abgeklärt werden. Dauerhafter Schluckauf ist möglicherweise die Folge von Erkrankungen, die das Zwerchfell oder den Vagusnerv reizen. In dem Fall klagen Patienten zumeist noch über andere Beschwerden.

Für eine Behandlung des Dauerhicksens ist es erforderlich, die Grunderkrankung festzustellen und eine wirkungsvolle Therapie einzuleiten.

Zumeist verbessert sich der Schluckauf während der Behandlung. Allerdings ist chronischer Schluckauf ein Symptom von sehr vielen Krankheiten. Deshalb fällt es Medizinern oft schwer, die genauen Ursachen abzuklären.

Unterschiedliche Optionen zur Behandlung

Konnten Ärzte keine Grunderkrankung diagnostizieren und lässt das permanente Hicksen dennoch nicht nach, stehen weitere Optionen offen. Unter diesen Umständen ist eine Therapie mit unterschiedlichen Medikamenten oder alternativen Therapiemaßnahmen erforderlich.