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Johanniskraut: Der Heilsbringer für schlechte Stimmung?

JohanniskrautJohanniskraut: Der Heilsbringer für schlechte Stimmung?

Wer von innerer Unruhe oder leichten depressiven Verstimmungen betroffen ist, verhilft der eigenen Stimmung durch die Einnahme von Johanniskraut ins Gleichgewicht. Schließlich wird der einheimischen Pflanze nachgesagt, sich positiv auf das eigene Gemüt auszuwirken. Doch was ist Johanniskraut eigentlich?

Hilfreiches Hintergrundwissen zum Johanniskraut

Die Pflanze mit ihren strahlend gelben Blüten ist nach dem heiligen Johannes benannt. Trotz der anderen Schreibweise des Namens wird das Gewächs jedoch mit „i“ geschrieben.

In der Vergangenheit wurde das heutige Heilkraut als Symbol von heidnischen Sonnenwendfeiern zum Blühbeginn rund um den 21. Juni geschätzt.

Zu diesem Anlass zelebrierten die Menschen den längsten Tag des Jahres. Sie feierten das Johanniskraut und diesen besonderen Tag, indem sie sich beispielsweise mit Johanniskrautkränzen schmückten.

Johanniskraut Blüte
Dank des strahlend gelben Farbtons zieht die Pflanze zur Sommerzeit die Blicke auf sich

Die Pflanze gehört der Kategorie der Johanniskrautgewächse an und blüht von Juni bis September. Das Johanniskraut gedeiht in Europa sowie Westasien, in der Natur kommt es vorzugsweise auf trockenen Wiesen, in Wäldern oder am Wegesrand vor. Dank des strahlend gelben Farbtons zieht die Pflanze zur Sommerzeit die Blicke auf sich.

Die Wirkungsweise von Johanniskraut

Schon vor mehr als 2.000 Jahren wurde Johanniskraut für seine positiven Eigenschaften als Heilpflanze geschätzt. Bereits im späten Mittelalter nutzten Menschen das Gewächs, um Angstzustände, innere Unruhe oder Stimmungsschwankungen zu therapieren. Bis heute kommt die Pflanze für diesen Zweck zum Einsatz. Der Effekt wird durch Inhaltsstoffe wie Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide oder Hypericin erzielt.

Mittlerweile bestätigten zahlreiche Studien, dass Johanniskraut einen stimmungsaufhellenden Effekt hat und Symptome nervöser Unruhe lindert. Wer biologisches Johanniskrautöl kaufen möchte, erwirbt ein pflanzliches Antidepressivum mit einem positiven Effekt für leichte bis mittelschwere Depressionen.

Wirkungsweise von Johanniskraut
Bereits im späten Mittelalter nutzten Menschen Johanniskraut, um Angstzustände, innere Unruhe oder Stimmungsschwankungen zu therapieren

Wie wirkt Johanniskraut im Körper?

Johanniskraut beeinflusst die Funktionsweise im Gehirn befindlicher Neurotransmitter positiv.

In erster Linie sorgt das Heilkraut dafür, dass das Glückshormon Serotonin in hohem Maße ausgeschüttet wird.

Dieser Effekt ist so wichtig, weil Serotoninmangel eine klassische Begleiterscheinung einer Depression ist.

Zugleich reguliert Johanniskraut eine intensive Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Aus dem Grund erzielt die Pflanze bei Stresszuständen und innerer Unruhe ebenfalls einen positiven Effekt. Sind Patienten allerdings von schweren Depressionen betroffen, erhalten sie die Johanniskraut-Präparate in entsprechender Dosis ausschließlich auf Rezept.
Bei einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung ist es zudem wichtig, sich einer ärztlichen und psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen. Im Einzelfall müssen Spezialisten abklären, inwiefern die Einnahme von Johanniskraut für eine Therapie überhaupt genügt.

Wie erfolgt eine Einnahme von Johanniskraut?

Mit Ausnahme der Wurzel können alle Pflanzenteile des Johanniskrauts zu medizinischen Zwecken genutzt werden. Deshalb ist die Heilpflanze beispielsweise als Johanniskrautöl, Frischsaft, als Tee aus getrocknetem Kraut oder Extrakt in Kapsel- oder Pulverform erhältlich. In Abhängigkeit der jeweiligen Konzentration der Wirkstoffe sind die Medikamente auch ohne Rezept frei verkäuflich in Apotheken oder Drogeriemärkten erhältlich.

Nach derzeitigem Kenntnisstand kommt Johanniskraut als Trockenextrakt infrage, wenn die Wirkstoffe Hyperforin sowie Hypericin darin enthalten sind. In Pulver- oder Kapselform nehmen Patienten die Substanz mit mindestens 300 Milligramm und maximal 2.000 Milligramm ein, damit sich ein stimmungsaufhellender Effekt einstellt.

Einnahme von Johanniskraut
Johanniskraut ist beispielsweise als Johanniskrautöl, Frischsaft, als Tee aus getrocknetem Kraut oder Extrakt in Kapsel- oder Pulverform erhältlich

Das ebenfalls als Rotöl bezeichnete Johanniskrautöl wird über den Tag hinweg mit jeweils zwei bis drei Esslöffeln verabreicht. Zudem steht Johanniskrautöl in Kapselform zur Verfügung. Dank entzündungshemmender Eigenschaften wirkt äußerlich aufgetragenes Öl ebenfalls schuppiger und trockener Haut entgegen. Tee trinken Betroffene mehrmals pro Tag. Nach der Einnahme ist Geduld gefragt. Zumeist dauert es mehrere Wochen, bis sich ein dauerhafter positiver Effekt auf die Gesundheit einstellt.

Bestehen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln?

Wechselwirkungen treten bei der Einnahme von Johanniskraut in Kombination mit zahlreichen anderen Pharmazeutika auf. Problematisch ist in diesem Fall, dass diese Medikamente die positive Wirkung des Johanniskrauts abschwächen.
Diese Wechselwirkungen beziehen sich in erster Linie auf folgende Arzneimittel:

  • Medikamente gegen HIV bzw. AIDS
  • Blutverdünner
  • Präparate gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Antibabypille
  • Zytostatika

Schwangere und stillende Mütter sollten ebenfalls von einer Einnahme von Johanniskraut absehen. Im Zweifelsfall ist es ratsam, sich von einem Arzt oder Mediziner beraten zu lassen.

Welche Nebenwirkungen verursacht Johanniskraut?

Generell wird eine Einnahme von Johanniskraut als sehr nebenwirkungsarm eingeschätzt. Vor allem im Vergleich mit chemischen Psychopharmaka ist das Risiko auftretender Nebenwirkungen gering.
Dennoch sollten sich Patienten vor Augen führen, dass sich durch eine regelmäßige Einnahme von Johanniskraut die Lichtsensibilität der Haut erhöht. Auf diese Weise wird die Fähigkeit intensiviert, Sonne und Licht besonders effizient zu nutzen. Deshalb ist es wichtig, während des Zeitraums der Einnahme auf genügend Sonnenschutz zu achten.