Gesundheit

Impfungen – Geschichte und Wirkung

ImpfungImpfungen – Geschichte und Wirkung

Impfungen werden nicht erst seit der Corona-Pandemie diskutiert. Kaum ein medizinisches Thema ist so umstritten, wie die Impfung. Die einen schwören auf die Wirksamkeit gegen schwere Krankheiten, die anderen lehnen sie kategorisch ab. Dabei haben Impfungen eine lange Geschichte und Tradition.

Wie die Impfung ihren Anfang nahm – Die erste Impfung gegen die Pocken

Impfungen basieren auf dem Prinzip der Immunisierung. Das bedeutet, dass jemand, der eine Krankheit überstanden hat, nun nicht mehr an der Infektion erkrankt. Dieses Prinzip beobachteten schon Ärzte in der Antike. Denn sie sahen, dass Menschen nach einer Pockeninfektion bei späteren Epidemien nicht mehr erkrankten.

Schon in der Antike versuchten die Ärzte, Menschen gezielt mit Pocken zu infizieren und so vor einer Erkrankung zu schützen.

Doch die ersten richtigen Impfungen wurden erst viele Jahrhunderte später eingesetzt. Der englische Arzt Edward Jenner (1749 bis 1823) lebte damals auf dem Land, während die Pocken in Asien und Europa umhergingen. Dabei beobachtete er dasselbe: Wer die Infektion überlebte, erkrankte nicht noch einmal. Zudem beobachtete er, dass Frauen nach einer Rinderpockeninfektion ebenfalls nicht mehr so stark an den Menschenpocken erkrankten. Und das brachte ihn auf eine Idee.

Er forschte mehrere Jahre an diesem Thema. 1796 wagte er dann einen riskanten Versuch, indem er einen achtjährigen Jungen mit dem Pockensekret einer an Kuhpocken erkrankten Frau infizierte. Nachdem der Junge diese Infektion überstanden hatte, infizierte er ihn mit Menschenpocken. Der Junge blieb gesund und Jenners These wurde bestätigt. 1807 folgte in Hessen und Bayern die erste Impflicht gegen die Pocken.
Auf diesen Erkenntnissen wurden später noch viel mehr Impfungen entwickelt. 1880 folgte der Impfstoff gegen Cholera vom französischen Chemiker Louis Pasteur, ein Jahr später gegen Milzbrand, 1884 die erste Impfung gegen Tollwut.

Impfungen in der Vergangenheit
1807 folgte in Hessen und Bayern die erste Impflicht gegen die Pocken

Impfungen heute

Impfungen sind heute so sicher wie nie. Wurden zu ihren Anfängen noch Viren in unbekannter Menge gespritzt, werden die Dosen heutzutage im Labor in exakten Dosen injiziert. Die Rate an Nebenwirkungen ist sehr gering, wobei das Risiko der entsprechenden Erkrankungen viel größer ist. Dadurch haben viele schwere Erkrankungen ihren Schrecken verloren. Vielen kennen Infektionskrankheiten wie Mumps, Masern, Diphterie oder Keuchhusten nicht mehr, da sie durch Impfungen kaum noch vorkommen.

Des Weiteren erkranken auch ungeimpfte immer seltener, da sie vom Herdenschutz profitieren. Je mehr Menschen geimpft sind, desto seltener kommen die Krankheiten vor. Das Wirkprinzip ist einfach. Durch die Impfung soll das Immunsystem angeregt werden. Es speichert die Informationen der Krankheitserreger und kann so schneller auf das Virus reagieren, da das Immunsystem darauf vorbereitet ist.

Impfungen heute
Impfungen sind heute so sicher wie nie

Welche Impfstoffe es gibt

Es wird zwischen den Lebend- und Totimpfstoffen unterschieden. Lebendimpfstoffe enthalten lebende Viren, die jedoch abgeschwächt sind. Dadurch sind sie nicht mehr so gefährlich, sorgen aber für eine Reaktion des Immunsystems. Lebendimpfstoffe schützen sehr lange, teilweise lebenslang. Lebendimpfungen können aber auch für ein paar Tage zu grippeähnlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Fieber führen. Diese Impfstoffe werden gerne in Kombination gegeben. Ein Beispiel ist die MMR-Impfungen (Mumps, Masern, Röteln).

Totimpfstoffe enthalten entweder tote Viren oder Bestandteile des Erregers.

Das können Teile der Erregerhülle sein oder bestimmte Eiweiße. Die Nebenwirkungen sind oft nicht ganz so stark, dafür muss die Impfung regelmäßig aufgefrischt werden wie Tetanus und Diphterie.

Krank trotz Impfung?

Es ist an sich nicht möglich, sich durch eine Impfung mit dem Krankheitserreger zu infizieren und zu erkranken. Die Viren sind entweder so abgeschwächt, dass sie nicht krank machen können oder es werden gar keine lebenden Viren verabreicht. Die Beschwerden kommen in der Regel aufgrund der Reaktion des Immunsystems.

Unter anderem kann es zu Infektionen kommen, wenn das Immunsystem bei immungeschwächten Patienten nicht richtig auf die Impfung anspricht. Ein weiterer Grund kann sein, dass Sie schon zum Impfzeitpunkt infiziert waren und es nicht gemerkt haben. Haben Sie die Impfung nicht richtig aufgefrischt, können Sie ebenfalls krank werden. Ein Sonderfall ist die Grippeimpfung. Denn diese wirkt nur zu 40 bis 70 %. Da Grippeviren schnell mutieren, heißt sich verändern, wirkt der Impfstoff nur bedingt.

Alles im allem lässt sich sagen, dass Impfungen sehr wichtig und sinnvoll sind. Denn durch Impfungen konnten die Pocken ausgerottet werden und andere schwere Krankheiten weltweit stark reduziert werden.