Gesundheit

Hilfe bei Migräne

MigräneHilfe bei Migräne

Migräne ist eine der häufigsten und unterschätzten neurologischen Krankheiten. Noch immer wird sie mit normalen Kopfschmerzen gleichgesetzt und die vielseitigen neurologischen Symptome vergessen. Dadurch hat Migräne einen negativen Ruf und ist mit vielen Vorurteilen belastet.

Migräne – ein großer Leidensdruck

Migräne verursacht verschiedene neurologische Symptome. Die bekanntesten sind die stechenden, pulsierenden und sehr starken Kopfschmerzen, die sehr oft von Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet werden.

Die Kombination aus den starken Schmerzen, der Übelkeit und die Empfindlichkeit gegenüber reizen kann bis zu 72 Stunden andauern und den Betroffenen aus dem Leben reißen.

Denn während einer Migräneattacke sind die Betroffenen nicht alltags- und arbeitsfähig. Zudem verstärken sich die Symptome bei körperlicher Anstrengung, anders als zum Beispiel Spannungskopfschmerzen.

Migräne verursacht verschiedene neurologische Symptome
Migräne verursacht verschiedene neurologische Symptome

Unterschieden wird bei der Migräne zwischen Migräne mit Aura und der Migräne ohne Aura. Bei der Migräne mit Aura kündigt sich die Migräneattacke mit neurologischen Symptomen wie Blitzen, Flimmern und Lichtern vor den Augen an. Bei der Migräne ohne Aura treten die Kopfschmerzen anfallsartig auf.

Zudem gibt es noch mehrere verschiedene Varianten der Migräne:

  • Bei der Vestibularmigräne leiden die Patienten zusätzlich unter Schwindelanfällen.
  • Bei der Augenmigräne treten Sehstörungen wie Flimmern oder Blitze vor den Augen auf, die teilweise von Kopfschmerzen begleitet werden.
  • Die Basilarismigräne tritt mit Lähmungen und Taubheitsgefühlen auf beiden Körperseiten auf.
  • Die hemiplegische Migräne wird zusätzlich von Muskelschwäche und Lähmungen am ganzen Körper auf.

Vorurteile und Leidensdruck

Migräne ist zwar eine schwere Erkrankung. Da sie jedoch nicht von außen sichtbar ist, kursieren noch immer viele Vorurteile gegenüber der Krankheit. Dadurch, dass sich die Patienten während einer Attacke zurückziehen, bekommt das Umfeld immer nur den Rückzug und nicht die Schwere der Krankheit mit.

Aus diesem Grund versteht das Umfeld oft nicht, warum die Betroffenen Verabredungen spontan absagen oder abbrechen müssen, oder warum der Kollege immer wieder kurzfristig fehlt. Das führt zu Druck und Vorurteilen gegenüber den Betroffenen, die sich teilweise für die Krankheit rechtfertigen müssen.

Migräne – Vorurteile und Leidensdruck
Dadurch, dass sich die Patienten während einer Attacke zurückziehen, bekommt das Umfeld immer nur den Rückzug und nicht die Schwere der Krankheit mit

Ursachen der Migräne

Migräne ist die Folge einer Funktionsstörung des Gehirns, der Hirnhaut und der Blutgefäße der Hirnhaut. Einer der Ursachen ist demnach eine Störung in der Schmerzregulation, sodass es zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Reizen kommt.

Inzwischen gehen die Forscher davon aus, dass die Migräne durch eine Störung des Gleichgewichtes von Schmerzzentren im Hirnstamm ausgelöst wird.

Dieser Mechanismus wurde durch bildgebende Verfahren nachgewiesen. Dabei wurde gezeigt, dass ein Migräne-Bereich im Hirnstamm aktiviert und dadurch verstärkt durchblutet wird. Dadurch reagiert das Gehirn verstärkt auf Reize und damit auch auf Schmerzen.

Da zwischen dem Gehirn und dem Gesichtsnerv Trigeminus eine Verbindung besteht, wird dieser durch die Migräneattacke stimuliert und bewirkt, dass sich die Blutgefäße weiten. Dadurch tritt Flüssigkeit aus den Gefäßen aus und schwemmt das Hirngewebe auf. Dieser Vorgang verursacht eine Entzündung des Gewebes, die widerrum die Schmerzen auslösen.

Migräne vorbeugen

Die medikamentöse Behandlung beruht vor allem auf der Gabe von Triptanen, welche direkt die Ursache behandeln. Normale Schmerzmittel behandeln meistens nur die Schmerzen, wobei die anderen Symptome bleiben.

Um die Migräne vorzubeugen, sollten Sie die Triggerfaktoren kenne, die eine Migräne auslösen können.
Dazu zählen:

  • Achten Sie möglichst auf einen geregelten Tagesablauf. Schwankungen bei den Schlafzeiten kann die Migräne begünstigen.
  • Essen Sie regelmäßig und meiden Sie Über- und Unterzuckerung durch zu lange Essenspausen.
  • Hormonschwankungen können Migräne verursachen, z.B. Wechseljahre, Zyklus, Pillenpause.
  • Versuchen Sie, Stress zu vermeiden oder auf Entspannungstechniken zurückzugreifen.
  • Führen Sie ein Migränetagebuch, um die Triggerfaktoren zu erkennen.
  • Auch Lebensmittel können Migräne auslösen. Achten Sie auch Lebensmittel, die eine Migräne ankündigen können wie Schokolade, Käse oder Zitrusfrüchte.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin sowie Koffein

Die Triggerfaktoren sind immer individuell. Das heißt, dass Sie mittels Migränetagebuch Ihre Trigger herausfinden sollten.