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Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Finanzsituation von Privatpersonen

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Finanzsituation von PrivatpersonenAuswirkungen der Corona-Pandemie auf die Finanzsituation von Privatpersonen

Die Corona-Pandemie hinterlässt nicht nur gesundheitliche, sondern auch finanzielle Folgen. Beides ist nicht von der Hand zu weisen. Welches Ausmaß die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die private Überschuldung Deutschlands hat, untersuchten unter anderem Wissenschaftler der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). Es handelt sich dabei um eine bevölkerungsrepräsentative Studie mit eindeutigen Ergebnissen: Die Anzahl überschuldeter Privathaushalte nimmt stetig zu, die Kluft zwischen arm und reich dehnt sich weiter aus. Beides wurde durch die Covid-19-Pandemie erheblich beeinflusst.

Das Problem dabei ist vor allem, dass das Risiko einer Überschuldung aufgrund der aktuellen Pandemie für Personen, die ohnehin schon finanziell schlecht aufgestellt sind, stark zunimmt und zusätzlich neue Personengruppe wie beispielsweise Selbständige, Auszubildende und Beschäftigte mit befristeten Arbeitsverträgen für eine Überschuldung gefährdet werden.

Wann gilt ein Privathaushalt als verschuldet?

Gemäß dem Armuts- und Reichtumsbericht der deutschen Bundesregierung ist die Rede von einer privaten Überschuldung, sobald ein Privathaushalt über einen längeren Zeitraum nicht mehr in der Lage ist, die anfallenden Forderungen mit dem Einkommen und Vermögen aller Haushaltsmitglieder zu begleichen.

Privathaushalt verschuldet
Wann gilt ein Privathaushalt als verschuldet?

Die private Überschuldung in Deutschland nimmt zu

Zwar führte die bisherige Pandemie bei der Mehrheit der Einwohner Deutschlands noch nicht zu einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage. So habe sich das Einkommen bei drei von vier Bürgern immerhin nicht verändert oder ist sogar gestiegen.
Dennoch zeigen die Ergebnisse der FES-Studie deutlich, dass die Menschen finanziell überfordert sind. Bereits 31 % der Befragten mussten schon allein im Oktober 2020 nach eigenen Angaben auf Erspartes zurückgreifen. 12 % der Befragten hatten die eigenen Ersparnisse zu diesem Zeitpunkt sogar schon weitestgehend aufgebraucht.

Eine beunruhigende Situation, wenn man bedenkt, dass die Überschuldung privater Haushalte in Deutschland bereits vor der Pandemie keine untergeordnete Rolle mehr gespielt hat. So befanden sich bereits im Jahr 2019 nahezu sieben Millionen deutsche Erwachsene in einer Überschuldung und konnten den eingegangenen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr oder nur noch teilweise nachkommen.
Besorgniserregend sind neben der Auswirkung auf die Gesamtbevölkerung auch die Auswirkungen auf die Betroffenen.

Die private Überschuldung in Deutschland nimmt zu
Die private Überschuldung in Deutschland nimmt zu

Diese haben nämlich in der Regel mit Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Arbeitslosigkeit zu kämpfen und finden nur schwer wieder den Weg aus der Krise.

Aus der zunehmenden Überschuldung resultierend steigt übrigens auch die Zahl der gemeldeten Privatinsolvenzen. Während diese im vergangenen Jahr noch bei 56.324 Fällen lag, wird sich diese im aktuellen Jahr 2021 um etwa 56 % erhöhen und rund 110.000 Privatinsolvenzen mit sich bringen.

Den Corona-Maßnahmen ausgeliefert

Das größte Problem ist, dass durch die erfolgten Corona-Maßnahmen nahezu jeder gesellschaftliche Bereich angeschnitten und eingeschränkt wird. Die Veranstaltungsbranche, Gastronomie und auch der Reiseverkehr leiden massiv.
Ähnlich geht es der Warenproduktion, denn häufig ist die Einhaltung vorgeschriebener Sicherheitsabstände in den Produktionsstätten nicht möglich, was wiederum dazu führt, dass diese temporär geschlossen oder die internen Abläufe nachteilig verändert werden müssen.

In der Folge müssen Mitarbeiter entlassen oder Kurzarbeit angeordnet werden. Wer außerdem aufgrund seiner Arbeitsplatzbeschaffenheit nicht von zu Hause arbeiten kann oder wegen Schulschließungen gezwungen ist, seine Kinder zu betreuen, leidet ebenfalls unter Arbeitsausfall.

Den Corona-Maßnahmen ausgeliefert
Den Corona-Maßnahmen ausgeliefert

Den Betroffenen ist aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die sich gezwungenermaßen daraus ergeben, nicht zu Lachen zumute. Besonders betroffen von der zunehmenden Überschuldungs-Welle sind die mittleren und unteren Einkommensgruppen, die nur wenig Rücklagen, geschweige denn kaum finanziellen Spielraum besitzen.

Wie geht die Regierung dagegen vor?

Laut Stellungnahme der Bundesregierung sei Deutschland dank der soliden Haushaltspolitik aus finanzieller Sicht ausreichend für diese Krise gewappnet.

Mit Finanzmitteln für Beschäftigte, Selbständige und Unternehmer will die Regierung den Betroffenen unter die Arme greifen.

Zuschüsse und Darlehen sollen für die Entlastung von Freiberuflern, Solo-Selbständigen und Kleinunternehmern sorgen.
Auch die Hürden für Grundsicherung und Wohngeld seien überarbeitet und vor allem abgeschwächt worden, um Arbeitnehmer und Mieter vor finanziellen Schwierigkeiten zu schützen. Nicht zuletzt wird von Seiten der Regierung auch finanziell in die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen und die Erforschung von Impfstoffen investiert.