Die Konjunktur in Deutschland zeigt eine schwache Belebung, doch bleibt die deutsche Wirtschaft noch im Wartemodus. Ein Grund dafür sind die verhaltenen Investitionen in Deutschland, wie eine aktuelle Konjunkturumfrage des Kölner deutschen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vom März 2026 ergab. Jede fünfte Firma verzichtet auf Investitionen am eigenen Standort.
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Konjunkturumfrage mit knapp 1.000 deutschen Unternehmen
An der Konjunkturumfrage des IW vom Frühjahr 2026 nahmen knapp 1.000 deutsche Unternehmen aus verschiedenen Branchen teil. Mittelständische Unternehmen waren ebenso beteiligt wie größere Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern.
Zum Zeitpunkt der Befragung verzichteten 19 Prozent der Unternehmen auf Investitionen.
Sie gaben als Gründe an, dass sie einfach keinen Bedarf zum Investieren hatten oder dass es Schwierigkeiten mit der Finanzierung beziehungsweise den benötigten Investitionsgütern gab.

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Investitionskrise in Deutschland
Michael Grömling, der Co-Autor der Umfrage, spricht von einer veritablen Investitionskrise in Deutschland. Es ist die bislang längste Investitionsschwäche. Auch das Statistische Bundesamt informiert über die schlechte Investitionsstimmung.
Laut dem Statistischen Bundesamt war die Investitionsstimmung in Deutschland zuletzt nur während der Corona-Pandemie mit der aktuellen Situation vergleichbar. Die Ergebnisse der Untersuchung des IW spiegeln die langfristigen Entwicklungen am Standort Deutschland wider. Auch die politische Lage im Nahen Osten beeinflusst das Investitionsverhalten der Unternehmen.
Das IW wird von Unternehmen und Arbeitgebern finanziert. Es spricht davon, dass die Qualität von Deutschland als Investitionsstandort eingeschränkt ist. Die Zahlen der Umfrage könnten jedoch darauf hindeuten, dass Deutschland für Investitionen attraktiv sein könnte.
Von den befragten Unternehmen investieren mehr als zwei von drei, nämlich 67 Prozent, gegenwärtig ausschließlich in Deutschland. Vorwiegend oder nur im Ausland investieren lediglich zwei Prozent der befragten Unternehmen.

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Mittelstand oft nur im Inland aktiv
Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die Zahlen irreführend sind. Sie sind nicht aussagekräftig genug, denn kleinere Betriebe handeln aus Alternativlosigkeit, wenn sie überhaupt investieren. Die Arbeitsplätze müssen auf dem neuesten Stand gehalten werden, damit die Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben.
Ein großer Teil der Betriebe in Deutschland gehört zum Mittelstand, der oft ausschließlich im Inland tätig ist.
Diese mittelständischen Unternehmen haben keine Niederlassungen im Ausland und können sich das oft gar nicht leisten. Wenn sie investieren, dann in Deutschland.
Anders sieht es mit dem Investitionsverhalten der größeren Unternehmen aus, wie die Studie zeigt. Von diesen größeren Betrieben investieren 13 Prozent nur oder vorrangig im Ausland.
Arbeitskosten in Deutschland schrecken von Investitionen ab
Von den befragten Unternehmen nannten 77 Prozent die hohen Arbeitskosten als Hindernisse für Investitionen. Die Ansicht, dass Regulierungen die Investitionen einschränken, teilen 69 Prozent der Studienteilnehmer.

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Weitere Gründe für die Zurückhaltung bei den Investitionen
Für das zurückhaltende Investitionsverhalten nannten die befragten Unternehmen weitere Gründe:
- Hohe Steuern bei 66 Prozent der Teilnehmer
- Energiekosten bei 65 Prozent der Teilnehmer
- Aktuelle Fachkräftelage bei 43 Prozent der Teilnehmer
- Klimaziele in Form von Dekarbonisierung bei 42 Prozent der Teilnehmer
Gründe für Manager, in Deutschland zu investieren
Es gibt jedoch für die Manager auch Gründe, in Deutschland zu investieren. Von den Befragten nannten 45 Prozent den großen Absatzmarkt als Grund, sich zu engagieren.
Rechtssicherheit war für 44 Prozent ein Grund für Investitionen.
Allerdings sind laut Auskunft des IW die negativen Einschätzungen deutlich stärker ausgeprägt als die positiven Argumente.
Investitionskrise bremst das Wirtschaftswachstum
Die Investitionskrise in Deutschland wirkt sich negativ auf das Wirtschaftswachstum aus. Die Institute haben bereits ihre Wachstumsprognosen deutlich nach unten korrigiert. Das Kiel-Institut für Weltwirtschaft erwartet für das laufende Jahr 2026 noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent. Das liegt jedoch am Jahresstart, der überraschend stark war.
Die Folgen der Investitionskrise werden sich im kommenden Jahr stärker bemerkbar machen. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft geht mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von einem Prozent aus.
Strukturelle Hemmnisse sieht das Kieler Institut für Weltwirtschaft vor allem für die Industrie. Die generellen Standortbedingungen, niedrige Auftragseingänge und die allgemeine Unsicherheit sind Gründe für mangelnde Investitionen.








