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Plötzlich Millionär – Müssen Lottogewinner Steuern bezahlen?

Müssen Lottogewinner Steuern bezahlen?Plötzlich Millionär – Müssen Lottogewinner Steuern bezahlen?

Mit den richtigen Kreuzchen zum Millionär: Diesen Traum haben viele Lottospieler. Der Wunsch nach dem Riesengewinn treibt alljährlich Tausende an Lottospielern in Lottofilialen, um die richtigen 6 aus 49 zu tippen. Neben dieser wöchentlich am Mittwoch und Samstag stattfindenden Lottoziehung findet der Eurojackpot an jedem Freitag statt.
Hierbei versuchen Tipper aus 18 Ländern Europas, die richtigen sieben Zahlen anzukreuzen.

Viele offene Fragen im Glücksfall

Im Glücksfall winkt ein Riesengewinn. Doch wem sollen die glücklichen Gewinner von ihrem Volltreffer erzählen und wie wird der Gewinn gemeldet? Auf diese und viele weitere Fragen benötigen Lottogewinner natürlich eine Antwort.

Im Glücksfall winkt ein Riesengewinn
Im Glücksfall winkt ein Riesengewinn

Sind Lottogewinne steuerpflichtig?

Lottogewinner müssen auf ihren Gewinn keine Steuern bezahlen. Entsprechende gesetzliche Grundlagen sind § 22 EStG sowie § 2 Abs. 3 EStG.

Demzufolge sind alle auf Glücksspielen basierende Gewinne nicht „steuerbar“.

Das heißt, dass der Fiskus keine Steuern von den Gewinnern einfordern darf. Mit einer Steuerzahlung müssen Lottogewinner erst rechnen, wenn diese aus ihrem Gewinn wiederum einen Gewinn erzielen. Diese Situation ist gegeben, falls die Lottogewinner das Geld anlegen oder über aus dem Gewinn finanzierten Immobilien Einnahmen generieren.

Nach dem Gewinn: Wo müssen sich die Glückspilze melden?

Kleine Gewinne werden einfach in allen Lottofilialen bar ausgezahlt. Wer allerdings einen Volltreffer landet, muss den Gewinn bei den Lottostellen anfordern. Diese Gewinne beziehen sich auf Gewinne durch Lottogesellschaften der Bundesländer.
Hierfür ist der Lottoschein als Nachweis erforderlich. Daraufhin erfolgt eine Überweisung des Gewinns auf das Konto der Gewinner.

Lottofiliale
Kleine Gewinne werden einfach in allen Lottofilialen bar ausgezahlt

Festgelegte Zeiträume

Seit 2016 haben Lottogewinner und dementsprechend Gewinner des Eurojackpots drei Jahre lang Zeit, ihren Gewinn einzulösen.
Juristische Grundlage ist § 195 BGB. Mit dieser Regelung wurde die bis dahin gültige Befristung für eine Geltendmachung der Gewinne binnen 13 Wochen an die gesetzlich vorgeschriebene Verjährungsfrist angepasst.

Lottogewinne vererben oder verschenken: Die rechtliche Situation

Ein Vererben oder Verschenken des Lottogewinns ist nahezu unbegrenzt möglich. Allerdings sollten Betroffene beachten, dass Empfänger des Vermögens die für sie gültige Schenkungs- oder Erbschaftssteuer entrichten müssen.

Je nach Bedarf steht es Erben oder Beschenkten jedoch frei, Freibeträge geltend zu machen.

Diese Freibeträge dürfen Betroffene im Falle einer Schenkung aller zehn Jahre aufs Neue nutzen. Die Freibeträge betragen für Ehegatten bzw. Lebenspartner 500.000 Euro, für Kinder bzw. Stiefkinder 400.000 Euro, für Enkelkinder 200.000 Euro sowie bei sonstigen Personen 20.000 Euro.

Lottogewinne verschenken
Ein Vererben oder Verschenken des Lottogewinns ist nahezu unbegrenzt möglich

Nur nahestehende Personen einweihen

Am besten sollten Lottogewinner so wenige Menschen wie möglich über den Volltreffer informieren. Hierbei ist es wichtig, den entsprechenden Personenkreis genau zu hinterfragen.

Glücksforscher empfehlen, keine große Feier zu planen und den Gewinn so gut wie möglich für sich zu behalten. Besonders wichtig sei es hierbei, die Nachrichten vor Kindern geheim zu halten. Andernfalls ist das Risiko hoch, dass die erfreuliche Nachricht schnell im ganzen Kindergarten oder der Schule bekannt ist.

Den Alltag anfangs nicht verändern

Zudem empfehlen Experten, den Alltag wie gewohnt fortzuführen. Allerdings ist es ratsam, sich eine Auszeit zu gönnen und das Geschehene zu verdauen.

Diese Zeit sollten frischgebackene Vermögende nutzen um zu überlegen, welche Werte eine besonders große Rolle spielen.

Gewinner sollten deshalb einen detaillierten Plan zu der Frage durchdenken, wie sie das Geld sinnvoll einsetzen möchten. Neben Spenden sind Investitionen in eigene Immobilien möglich.

Ist eine Meldung bei der Agentur für Arbeit erforderlich?

In der Regel müssen Betroffene den Gewinn nicht bei der Agentur für Arbeit melden. Ausnahmen bestehen allerdings dann, falls Betroffene Sozialleistungen wie Hartz IV oder ALG I beziehen. In diesem Fall werden die Gewinne mit Sozialleistungen verrechnet.
Möglicherweise mindern Gewinne die Auszahlung der Sozialleistungen oder führen komplett zu einer Aussetzung der Zahlungen.

Agentur für Arbeit
Ist eine Meldung bei der Agentur für Arbeit erforderlich?

Besonderheiten für Tippgemeinschaften

Für eine Tippgemeinschaft ist es stets wichtig, dass die Gemeinschaftstipper einen Vertrag aufsetzen.

Schließlich kann der Gewinn juristisch nicht an mehrere, sondern nur an eine Person ausgezahlt werden.

Der Vertrag von Tippgemeinschaften sollte derart gestaltet werden, dass die Tippgemeinschaft einer GbR – einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts – gleichgestellt ist.

Details zur Teilnahme an Lottospielen und dem Eurojackpot

Bei dem Lottospiel „6 aus 49“ werden jeweils sechs aus 49 Zahlen an jedem Mittwoch und Samstag gezogen. Außerdem gibt es auf jedem Lottoschein eine vorgegebene Superzahl. Der Jackpot ist bei diesem Lottospiel dann geknackt, wenn alle sechs Zahlen sowie die Superzahl übereinstimmen.

Wer beim Eurojackpot einen Volltreffer landen möchte, muss auf dem Tippschein an sieben Stellen das Kreuz am richtigen Platz setzen. Bei diesem Spielsystem müssen Betroffene zuerst fünf aus 50 und weiterhin zwei aus zehn Eurozahlen tippen. Haben mehrere Mitspieler den richtigen Tipp abgegeben, müssen sie die Gewinnsumme aufteilen.

Nur geringe Gewinnchancen

Die Chance, den Eurojackpot zu knacken, beläuft sich auf 1 zu 95 Millionen. Doch beim klassischen Lottospiel am Mittwoch und Samstag ist die Chance mit 1 zu 140 Millionen sogar noch schlechter. Wer sich an der zweiten Gewinnklasse des Eurojackpots einschließlich fünf Richtigen plus Zusatzzahl entscheidet, profitiert von einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 1 zu sechs Millionen.

Wird kein Hauptgewinn vermerkt, fließen Gewinne nach verstrichener regulärer Frist in die Lotterie zurück. Alternativ werden Gewinne in der nächsten Ziehung oder einer Sonderziehung ausgespielt.