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Timișoara entdecken – Zauberhafte Perle des Ostens

Timișoara entdeckenTimișoara entdecken – Zauberhafte Perle des Ostens - Foto: © dudlajzov #101819273 - stock.adobe.com

Wenige Orte haben einen so magischen Charakter wie Timișoara. Hier blüht die zauberhafte Seele Rumäniens in einem Meer aus Blumenfeldern, interessanten Bauten und moderner Street-Art. Die Kulturhauptstadt Europas 2023 zeigt, was Urlauber im unbekannten Osten Europas zu erwarten haben. Wir geben Tipps und interessante Fakten zum perfekten Aufenthalt.

Geschichte – Die Donauschwaben Rumäniens

Timișoara oder auch Temeswar liegt in der Region Banat in Südosteuropa. Das bedeutende Gebiet zwischen Serbien, Rumänien und Ungarn ist eine der Heimatregionen der Donauschwaben. Die deutschsprachigen Siedler kamen im 19. Jahrhundert auf Anordnung der Habsburger vermehrt nach Mittel- und Osteuropa. Nach Verdrängung des Osmanischen Reiches sollten die neu- oder zurückgewonnenen Gebiete besiedelt werden. Infrage kamen hierfür vor allem Deutsche.

Sie brachten Handwerk, Landwirtschaft und Verwaltung in die dünn besiedelten Gebiete oberhalb der Donau.

Dass es sich hier jedoch ausschließlich um Schwaben handeln soll, ist irreführend. Siedler kamen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, stiegen jedoch häufig in Ulm in Schwaben auf Holzboote um, woraus sich der Name Donauschwaben entwickelte. Sie formten die Region und machten Temeswar in weniger Jahrhunderten zu einem großen Handels- und Kulturzentrum. Vor dem Ersten Weltkrieg war das Stadtbild ein buntes Miteinander aus Rumänen, Ungarn, Donauschwaben, Serben und Juden. Es entstanden viele deutschsprachige Zeitungen, Kirchen, Musikvereine und Schulen.

Timisoara Luftaufnahme
Timișoara oder auch Temeswar liegt in der Region Banat in Südosteuropa – Foto: © concept w #170448852 – stock.adobe.com

Kathedrale der Heiligen drei Hierarchen – Orthodoxe Geistlichkeit

Wer die Kultur Rumäniens kennenlernen möchte, besucht als Erstes die Kathedrale der Heiligen drei Hierarchen oder auch Catedrala Ortodoxă. Die rumänisch-orthodoxe Kirche zählt zu den eindrucksvollsten Bauten, die man im versteckten Osten Europas findet. Sobald man sich ihr vom Stadtzentrum aus nähert, sieht die eindrucksvollen Türme schon von weitem. Mit ihren Spitzen und der gestreiften Farbprägung erinnert sie an ein märchenhaftes Dracula-Schloss in einem tiefen Wald. In Orange-Braun gestrichen gibt sie ein eindrucksvolles Farbspiel, das besonders mit den Gold-Dunkelbraunen Türmen unvergesslich wird.

Doch das eigentliche Highlight zeigt sich im Inneren. Direkt beim Betreten verspürt man eine tiefe Spiritualität, die man selten in Europa findet. Der Raum ist typisch für eine orthodoxe Kirche dunkel gehalten aber voller Verzierungen, die auch das anspruchsvolle Auge definitiv satt machen. Dazu tragen auch die verschiedenen Ikonenbilder bei. Aus goldenen Mosaiken, Wandgemälde, Holzmobiliar und Jesus-Abbildungen ergibt sich eine unvergleichliche Atmosphäre. Wer Schwierigkeiten hat einen Bezug zur orthodoxen Kirche herzustellen, wird hier definitiv fündig werden.

Kathedrale der Heiligen drei Hierarchen
Wer die Kultur Rumäniens kennenlernen möchte, besucht als Erstes die Kathedrale der Heiligen drei Hierarchen – Foto: © Dragoș Asaftei #688072088 – stock.adobe.com

Aquapark Amazonia – Luxus-Erlebnisbad

Heute ist Rumänien bekannt für seine modernen Badeanstalten. Vom Bukarest bis Temeswar warten Perlen der Erholung und Freude, auf jeden, der durch Rumänien reist. Ob für Paare, Freundesgruppen, die Familie oder allein – hier wird ein jeder Bade-Fan glücklich. In Timișoara ist das Erlebnis schon für 20 € zu haben.

Spaßige Rutschen bieten einen schnellen Adrenalinrausch für Jung und Alt. Daneben liegt ein großer Pool, in dem man umgeben von exotischen Pflanzen im Nass umhertreibt.

Denn der Name Amazonia kommt nicht von ungefähr – das Erlebnisbad ist im Stile des südamerikanischen Regenwaldes erbaut. Doch ganz anders, als sich das viele Vorstellen ist das Bad weder geschmacklos noch übertrieben gestaltet. Das Amazonia fühlt sich durchweg hochwertig an und wurde mit Stil dekoriert. Die Innenhallen sind in schlichten Grautönen gehalten. Gepaart mit den grünen Pflanzen und dem leichten blau des Wassers gehalten ergibt sich ein wahrer Genuss für die Augen. Daneben gibt es für die kleineren Besucher ein großes Piratenschiff, auf dem sie sich einmal selbst fühlen wie die Jack Sparrow. Im Außenbereich überzeugt eine Bar mit Pool und authentischem Balkan-Ambiente.

Donaudurchbruch und Banat-Wasserfälle

Ihre wohl schönste Seite zeigt das Banat in der wilden Natur. Von Timișoara aus starten Tagestouren zu den schönsten Ecken Osteuropas. Hier, wo die Donau sich durch die tiefen Wälder Rumäniens schlängelt, haben Besucher die Möglichkeit in ein wahres Naturparadies einzutauchen. Für etwa 145 € wartet eine unvergessliche Entdeckungstour entlang des Banater Waldes. Auf einem Motorboot über den reißenden Fluss erleben sie Momente der Freiheit und schalten in der osteuropäischen Wildnis ab.
Das Boot führt sie zu einer Felsstatue des ehemaligen Königs Decebalus, die ein wenig an ein rumänisches Mount Rushmore erinnert. Im Vordergrund glänzen die Kuppeln der rumänisch-orthodoxen Kirchen und schaffen ein unvergleichliches Gefühl der rumänischen Spiritualität.

Weiter führt das Boot durch die Donauschlucht, die die bekannte Grenze zwischen Rumänien und Serbien darstellt. Nach der Besichtigung zweier Höhlen entlang der Donau führt es Urlauber zu den natürlichen Wasserfällen Buraul Mare und Modavita, wo Besucher aufpassen müssen, nicht nass zu werden.

Banat Wald
Ihre wohl schönste Seite zeigt das Banat in der wilden Natur – Foto: © catalinlazar #275988750 – stock.adobe.com

Memorialul Revolutiei Museum – Die Ceaușescu-Diktatur

Wer sich ein wenig mehr mit der Geschichte dieses bedeutenden Ortes beschäftigen will, hat die Möglichkeit im Memorialul Revolutiei Museum einen Einblick in die letzten Tage des berüchtigten Ceaușescu-Regimes zu werfen. Über 20 Jahre regierte der Diktator Nicolae Ceaușescu das Land mit eiserner Faust, ordnete Morde an und unterdrückte sein Land. Kurz vor dem Beginn der 90er Jahre hatte die Bevölkerung genug – sie erhoben sich gegen ihren Machthaber. Im Memorialul Revolutiei finden sich viele Kunstwerke rund um die Unterdrückung.

Auch historische Objekte wie Karten und Militärausrüstungen sind hier zu finden.

Jeder, der sich für die jüngste Geschichte Europas interessiert, oder einfach nur einen Einblick in die Ära Ceaușescus werfen möchte, sollte dem Museum einen Besuch abstatten. Die Schaubilder sind umfangreich gestaltet und englisch beschriftet.

Fazit

Timișoara ist ein unglaubliches Reiseziel. Mit einer interessanten Geschichte, von den Donauschwaben bis hin zur Schreckensherrschaft Ceaușescus, einem der eindrucksvollsten Gotteshäuser der Welt, einer wilden Natur und der Option in einem Erlebnisbad abzuschalten, bietet es alles, was das Urlauberherz begehrt. Die Stadt lohnt sich für jeden, der in ein paar Tagen in eine zauberhafte Kultur eintauchen möchte.