Die Vogelgrippe ist eine meldepflichtige Viruserkrankung von Vögeln und führt viele Geflügelzuchtbetriebe an den Rand ihrer Existenz, da die von der Krankheit bedrohten Tiere mitunter getötet werden müssen. Sie ist nicht neu, denn seit ungefähr 20 Jahren bricht die Krankheit weltweit immer wieder aus. Die Erkrankung kann das gesamte Jahr über auftreten, doch im Winter macht sich das hochinfektiöse Virus am häufigsten bemerkbar.
Viele Besitzer von Freigängerkatzen fragen sich, ob sich auch Katzen infizieren können. Die Erkrankung kann für Katzen zur Gefahr werden, doch die Gefahr ist gering.
Ansteckungsgefahr für Katzen
Die Tierärztin und Fachreferentein für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund, Moira Gerlach, sagt, dass Vogelgrippe auch für Freigängerkatzen eine Gefahr sein kann.
Die Gefahr einer Ansteckung für Katzen und Hunde ist gering, doch durch direkten Kontakt mit infizierten Vögeln können sich die Tiere anstecken.
Auch Kontakt mit Federn und Ausscheidungen von infizierten Vögeln kann zu einer Infektion bei Hunden und Katzen führen, genau wie die Aufnahme von rohen Tierprodukten.
Risikofaktoren für Katzen sind:
- rohes Geflügel
- kommerziell erhältliches und nicht ausreichend erhitztes Futter
- nicht pasteurisierte Milch
Wie eine Studie aus Frankreich ergab, ist das Infektionsrisiko für Katzen höher, wenn sie im Freien jagen.
Singvögel wie Meisen oder Sperlinge sind so gut wie nicht gefährdet, sich mit Vogelgrippe zu infizieren. Das Virus befällt vorrangig Wasservögel, aber auch größere Vögel wie Kraniche. Werden solche Singvögel von Katzen gejagt und gefressen, besteht also für Katzen keine Infektionsgefahr.

Symptome von Vogelgrippe bei Katzen
Vogelgrippe kann sich bei Katzen laut Auskunft des Deutschen Tierschutzbundes mit verschiedenen Symptomen zeigen. Katzen, die sich infiziert haben, zeigen einen verringerten Appetit, wirken apathisch und haben häufig Fieber. Es kann zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Schwerwiegende Symptome sind Probleme bei der Atmung, Störungen des Nervensystems, darunter Zittern, aber auch eine Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten und Augen.
Schwere Verläufe der Vogelgrippe sind auch bei Katzen möglich. Sie können schlimmstenfalls tödlich enden.
Zeigen sich eines oder mehrere dieser Symptome, sollten Katzenbesitzer unbedingt den Tierarzt konsultieren. Wachsam sollten Katzenhalter sein, wenn ihre Katze rohes Geflügelfleisch gefressen hat oder Kontakt zu Wildvögeln hatte. Die betroffene Katze sollte zur Sicherheit von anderen Haustieren isoliert werden, auch wenn Übertragungen von Katze zu Katze bislang nicht nachgewiesen wurden.

Vogelgrippe als Gefahr für Menschen
Eine Infektionsgefahr für den Menschen mit Vogelgrippe ist nur gering. Das gilt auch, wenn Menschen Kontakt mit infizierten Katzen haben. Dr. Moira Gerlach erklärt, dass Katzen kein Reservoir für Influenza darstellen. Sie sind eine Art Sackgasse für das Virus, sogenannte Dead-End-Hosts.
Das bedeutet, dass Katzen als Wirte der Erreger sterben können, aber das Virus dabei nicht auf Menschen übertragen.
Wie Katzenbesitzer vorbeugen können
Viele Katzenhalter fragen sich, ob sie ihren Tieren keinen Freigang mehr gewähren sollten, solange das Virus grassiert und eine Vielzahl von Vögeln befällt. Der Deutsche Tierschutzbund schätzt es als kritisch ein, Katzen, die sonst Freigänger sind, nicht mehr nach draußen zu lassen.
Allerdings kann es in Gebieten, in denen ein hohes Fallaufkommen verzeichnet wird, sinnvoll sein, den Freigang für Katzen wenigstens zeitweilig einzuschränken, wie Tierärztin Moira Gerlach rät.
Das Bundesamt Niedersachsen hält eine interaktive Karte über Gebiete mit einem hohen Aufkommen an Vogelgrippe bereit. Eine solche Karte gibt es in anderen Bundesländern noch nicht. In den Nachrichten oder im Internet können sich Katzenhalter jedoch über die aktuelle Verbreitung von Vogelgrippe informieren.
Wer seine Katze bislang mit rohem Fleisch gefüttert hat, sollte das Fleisch künftig kochen. Bei Temperaturen über 70 Grad Celsius sterben die Erreger ab.
Einen Impfstoff oder eine direkte Therapie für Katzen gibt es gegenwärtig nicht. Bei infizierten Katzen kann der Tierarzt lediglich die Symptome behandeln.








