Das Ruhrgebiet rund um Essen war lange Zeit durch Kohle und Stahl geprägt wird von vielen Menschen nicht zu den schönsten Gebieten in Deutschland gezählt. Es hat jedoch seine Reize für alle, die Industriekultur erleben möchten und sich für Lost Places interessieren.
Die verschiedenen Orte der Industriekultur können ganz legal besichtigt werden und gehören daher nicht zu den Lost Places.
Abenteuer erleben und Industriekultur entdecken
Im Ruhrgebiet erobert sich die Natur die Region langsam zurück. Es gibt verschiedene Halden, doch sind auch wunderschöne Parks entstanden, die zum Wandern und zu Touren mit dem Mountainbike einladen.
Die wildromantische Industrielandschaft kann auf der Route der Industriekultur erkundet werden.
Das Ruhrgebiet eignet sich hervorragend für eine Reise, bei der man zahlreiche spannende Orte erkunden kann. An einigen dieser Orte sollten Besucher mehr Zeit einplanen, da es sich um umfangreiche Areale handelt. In verschiedenen Hotels Essen können Gäste regionale Spezialitäten genießen und sich verwöhnen lassen.

– stock.adobe.com
Höhepunkte der Industriekultur im Ruhrgebiet
Verschiedene Industriedenkmäler sollten bei einem Urlaub im Ruhrgebiet unbedingt auf dem Programm stehen. Sie wurden teilweise zu Freizeitparks umfunktioniert und bieten verschiedene Möglichkeiten für Aktivitäten. Das sind die wichtigsten Ziele auf der Route der Industriekultur.
Zeche Zollverein
Die Zeche Zollverein in Essen ist eine ehemalige Kohlemine, die in den 1980er Jahren stillgelegt wurde. Sie gehört heute zum Weltkulturerbe der UNESCO und beherbergt auf ihrem Gelände mit einer Fläche von mehr als 100 Hektar verschiedene Museen, Ausstellungen und gastronomische Angebote.
Das Gelände wird auch für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Es lohnt sich sogar, mehrere Tage dort zu verbringen.
Viele Menschen bezeichnen die Zeche Zollverein als die schönste Zeche der Welt. Weithin sichtbar ist das Fördergerüst als Doppelbock über dem ehemaligen Schacht 12.
Landschaftspark Duisburg-Nord
Einer der schönsten Orte der Industriekultur ist der Landschaftspark Duisburg-Nord, auf dem sich das Thyssen-Krupp-Hüttenwerk befand, das von 1901 bis 1985 in Betrieb war. Das Gelände wurde nach der Schließung des Werks zu einem Industriedenkmal und ist ein beeindruckender Landschaftspark.
Besucher, die es sportlich mögen, können über Industrieanlagen klettern oder in einem Gasometer tauchen. Der Hochofen Nr. 5 bietet von einer Aussichtsplattform in 70 Metern Höhe einen atemberaubenden Blick über die Region. Im Sommer finden auch verschiedene Veranstaltungen statt, darunter Open-Air-Kinos.

– stock.adobe.com
Villa Hügel als Krupp-Familienanwesen
Die Villa Hügel in Essen befindet sich auf der Route der Industriekultur und bietet den Besuchern die Möglichkeit, zu sehen, wie die Krupp-Dynastie gewohnt hat. Der ehemalige Familiensitz der Dynastie wurde über Jahrhunderte und Generationen geführt. Besucher können palastähnliche Säle, eine Bibliothek und Wohnräume bestaunen.
Die Villa Hügel beherbergt eine Ausstellung zur Geschichte der Familie Krupp und ihrer Firma.
Zur Villa gehört auch der Hügelpark, der in der wärmeren Jahreszeit auf dem Programm stehen sollte.
Trainingsbergwerk Recklinghausen
Wer Einblicke in den Bergbau gewinnen möchte, sollte unbedingt das Trainingsbergwerk Recklinghausen besuchen, das als Ausbildungszentrum für Bergleute diente. In den Stollen können Besucher echte Maschinen und Geräte ausprobieren, die von den angehenden Bergleuten genutzt wurden.
Im Trainingsbergwerk werden Führungen von angehenden und aktiven Bergleuten angeboten. Bei einer aktiven Führung können die Teilnehmer selbst einen Bohrer, eine Dieselkatze und einen Schaufelbagger ausprobieren.

– stock.adobe.com
Bergbau-Museum Bochum
Zu den beliebtesten Museen in Deutschland gehört das Bergbau-Museum in Bochum. Bei einer Führung können Besucher 20 Meter unter dem Gebäude ein Besucherbergwerk besichtigen. Kohle wurde dort nicht wirklich gefördert, doch vermittelt das Besucherbergwerk Einblicke in die Arbeitsbedingungen unter Tage.
Mit einem Fahrstuhl gelangen Besucher auf den Förderturm, der einen faszinierenden Ausblick auf Bochum und die Umgebung bietet.
Im Museum befindet sich eine Mineraliensammlung. Auch verschiedene Sonderausstellungen werden gezeigt.
Zeche Zollern in Dortmund
Die Zeche Zollern in Dortmund ist schon von weitem erkennbar und verfügt über große Maschinenhallen, die jedoch erstaunlich leicht wirken. Die Zeche ist eines der am besten erhaltenen Baudenkmäler aus dem Jugendstil. Einblicke in die Technologie des Bergbaus und die Welt der Bergleute vermitteln verschiedene interaktive Ausstellungen. Darüber hinaus finden verschiedene Sonderausstellungen statt.

– stock.adobe.com
St.Antony Hütte in Oberhausen
Die St.Antony Hütte in Oberhausen vermittelt Einblicke in die Geschichte der Stahl- und Eisenindustrie. Neben den Überresten des ersten Eisenhüttenwerks im Ruhrgebiet befindet sich ein kleines Museum.
Einer der Hüttengründer informiert über eine App mit Augmented Reality über die Geschichte und das Leben im Revier.
Im ersten Stock des Museums befindet sich eine Fotoausstellung.
Noch mehr entdecken auf der Route der Industriekultur
Auf der Route der Industriekultur befinden sich insgesamt 57 Attraktionen, darunter 27 Standorte als Ankerpunkte, die eine besondere historische Bedeutung haben. Die Route bietet auch 17 Aussichtspunkte mit Panoramen sowie 13 Arbeitersiedlungen. Sie erstreckt sich über ungefähr 400 Kilometer.
Neben den sieben bereits näher beschriebenen Höhepunkten sollten noch weitere Ankerpunkte auf dem Programm stehen:
- Jahrhunderthalle in Bochum als Industriedenkmal und Veranstaltungshaus
- Umspannwerk Recklinghausen mit Museum, das Einblicke in die Technikgeschichte der Elektrifizierung bietet
- Kokerei Hansa in Dortmund als einzige noch erhaltene Zentralkokerei als begehbare Großskulptur
- Eisenbahnmuseum in Bochum als Verbindung zwischen Eisenbahngeschichte und Montanindustrie
- Nordsternpark Gelsenkirchen auf einem Gebiet von 100 Hektar als beeindruckende Parklandschaft an der Stelle einer früheren Zeche
- Heinrichshütte in Hattingen mit einem Hochofen und Museum
- DASA in Dortmund als Deutschlands größte Arbeitsweltausstellung
- Gasometer Oberhausen mit einer Höhe von 117,5 Metern
- Chemiepark Marl, der noch in Betrieb ist und nach Absprache besichtigt werden kann
Die Route führt auch zu verschiedenen Halden, an denen sich Aussichtstürme mit zum Teil beeindruckender Architektur befinden. Auch der Besuch verschiedener Arbeitersiedlungen ist interessant. Eine solche Arbeitersiedlung ist die Margarethen-Höhe in Essen mit einem Marktplatz, die von Margarethe Krupp gestiftet wurde und die erste deutsche Gartenstadt war.








