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Leitzins der EZB bleibt vorerst stabil

Leitzins der EZB bleibt vorerst stabilLeitzins der EZB bleibt vorerst stabil - Foto: © Peter Stein #307956727 - stock.adobe.com

Die Notenbank in Frankfurt teilte Anfang Februar 2026 mit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins vorerst nicht antastet. Der Einlagezins, der wichtig für Banken und Sparer ist, bleibt weiterhin stabil bei 2,0 Prozent.
Bei der Geldpolitik spielt der Zinsentscheid der EZB eine wichtige Rolle. Er wirkt sich direkt auf die wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone aus.

Was ist der Leitzins der EZB

Die EZB legt nicht nur einen Leitzins, sondern drei Leitzinssätze fest:

  • Hauptrefinanzierungszinssatz
  • Spitzenrefinanzierungssatz
  • Einlagesatz

Der Einlagesatz gilt als der Leitzins schlechthin und gilt für die überschüssige Liquidität, die von den Banken kurzfristig bei der EZB geparkt werden kann. Er ist das maßgebliche zinspolitische Signal der Notenbank unter den gültigen Rahmenbedingungen an den Geld- und Kapitalmarkt der Eurozone.

Der Leitzins dient als zentrales Instrument der EZB, um die Preisstabilität zu sichern. Die EZB kann Kreditkosten für Unternehmen beeinflussen, wenn sie den Leitzins anpasst. Damit werden das Wirtschaftswachstum und die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen gesteuert.

Das Wirtschaftswachstum wird durch einen niedrigen Leitzins tendenziell gefördert. Er verbilligt und erleichtert die Kreditaufnahme. Durch einen hohen Leitzins wird die Kreditaufnahme verteuert. Die Inflation wird dadurch eingedämmt, doch kann die Wirtschaft belastet werden.

Die Festlegung des Leitzinses hat eine hohe Tragweite. Die EZB muss die Folgewirkung sorgfältig abwägen, bevor sie eine Entscheidung trifft.

Was ist der Leitzins der EZB
Die EZB legt nicht nur einen Leitzins, sondern drei Leitzinssätze fest – Foto: © dima_pics #70866936
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Entwicklung des Leitzinses in der Vergangenheit

Die Auswirkungen der letzten Wirtschaftskrise führten zu drastischen Maßnahmen der EZB. Im Jahr 2014 fiel der Leitzins erstmals unter null Prozent. Retrospektiv betrachtet war das eine einzigartige Situation. Ein Negativzins war absolutes geldpolitisches Neuland.

Ab Juli 2022 hob die EZB den Leitzins schrittweise an.

Sie nahm im September, Dezember und Oktober 2022 und dann bis zum September 2023 einige Anpassungen vor. Im September 2022 lag der Leitzins bei 4,0 Prozent. Die USA und Großbritannien erhöhten ihre Leitzinsen einige Monate früher.

Die EZB entschied am 11. April 2024, den Leitzins unverändert zu belassen. Am 6. Juni 2024 erfolgte eine Zinswende. Nach einer Phase der Zinserhöhungen beschloss der EZB-Rat erstmals wieder eine Senkung des Leitzinses.

Ab Juli 2022 hob die EZB den Leitzins schrittweise an
Ab Juli 2022 hob die EZB den Leitzins schrittweise an – Foto: © cineberg #381008656
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Der Zinsentscheid der EZB

Der Zinsentscheid ist eine wichtige geldpolitische Maßnahme der EZB. Der EZB-Rat, der aus Mitgliedern des Direktoriums und den Präsidenten der nationalen Zentralbanken der Euro-Länder besteht, entscheidet über den Leitzins, aber auch über weitere geldpolitische Maßnahmen.

Zumeist werden solche Entscheidungen alle sechs Wochen getroffen. Der nächste Zinsentscheid der EZB ist für den 19. März 2026, der übernächste für den 30. April 2026 vorgesehen.

Vorerst kein Druck auf den Leitzins

Nach Beginn des Kriegs Russlands gegen die Ukraine 2022 schnellte die Inflation nach oben. Sie konnte eingedämmt werden. Ein niedriger Leitzins kann das Wachstum der Wirtschaft anschieben, wenn Kredite für Unternehmen und Verbraucher tendenziell günstiger sind. Das kann größere Anschaffungen begünstigen.

Die Teuerungsrate im Euroraum ging im Januar 2026 weiter zurück.

Laut der ersten Eurostat-Schätzung erreichte sie mit 1,7 Prozent ihren tiefsten Stand seit September 2024. Mittelfristig strebt die EZB bei einer Inflation von 2,0 Prozent stabile Preise für den Euro-Währungsraum an.

Auf die EZB besteht vorerst kein Druck für weitere Zinssenkungen, um die Wirtschaft zu stützen.

Mehr Zinsen für Sparer

Die gestiegenen Zinsen am Kapitalmarkt und die verlängerte Zinspause bringen geringfügig mehr Zinsen für Sparer. Eine Analyse des Vergleichsportals Verivox ergab, dass die Zinsen für Festgeld mit einer Laufzeit von zehn Jahren durchschnittlich auf knapp 2,5 Prozent steigen.

Das sind ungefähr 0,25 Prozent mehr als noch im Jahr 2025. Auch die Konditionen für Tagesgeld verbessern sich für die Sparer. Die Sparzinsen sind Anfang 2026 für alle Laufzeiten gestiegen.

Der deutsche Markt für Tagesgeld ist hart umkämpft. Anfang Februar 2026 informierte das Portal Finanztip darüber, dass im ersten Halbjahr 2026 für Tagesgeld bestenfalls 2,92 Prozent Zinsen möglich seien. Anbieter werben mit solchen Angeboten um neue Kunden.

Allerdings kommt es für deutsche Anleger darauf an, auf die Einlagesicherung der Banken zu achten. Bis zur Höhe der Einlagesicherung sind die Einlagen der Kunden im Insolvenzfall der Bank sicher und fließen nicht in die Insolvenzmasse ein.