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Gemüse auf der Fensterbank vorziehen

Gemüse auf der Fensterbank vorziehenGemüse auf der Fensterbank vorziehen - Foto: © AmazingPixels #420064823 - stock.adobe.com

Wer bereits frühzeitig Gemüse ernten möchte, kann es im März oder im zeitigen Frühjahr auf der Fensterbank oder an einem anderen warmen Ort vorziehen. Allerdings lauern dabei verschiedene Fehler durch falsches Gießen oder zu viel Wärme, die eine Gefahr für die empfindlichen Jungpflanzen sein können.

Richtiger Zeitpunkt zum Vorziehen von Gemüse

Wer Gemüse vorziehen möchte, muss den geeigneten Zeitpunkt beachten, der sich bei den einzelnen Gemüsesorten unterscheidet. Einige Gemüsesorten sind empfindlich und dürfen daher erst nach den Eisheiligen ins Freie. Diese Sorten können etwas später ausgesät werden.

Wird Gemüse an einem warmen Ort vorgezogen, können die Pflanzen lange und weiche Triebe entwickeln. Sie sind anfälliger für Schädlingsbefall. Um das zu vermeiden, müssen die Ansprüche der Pflanzen unbedingt beachtet werden.

Auberginen können bereits ab Ende Februar vorgezogen werden. Der letzte Zeitpunkt für die Aussaat ist Ende März bis Anfang April. Aufgrund ihrer langen Wachstumsperiode sollten Auberginen nicht zu spät ausgesät werden. Sie reifen sonst nicht, bis es wieder kühl wird. Als ideale Keimtemperatur werden 25 bis 28 Grad Celsius empfohlen. Bei kühleren Temperaturen kann eine Heizmatte verwendet werden.

Paprika und Chili können bereits ab Mitte Januar bis Ende Februar vorgezogen werden, um eine frühe Ernte zu ermöglichen. Ende März bis Anfang April ist der letzte Zeitpunkt für die Aussaat. Die ideale Keimtemperatur liegt bei 25 bis 28 Grad Celsius.

Auch hier kann eine Heizmatte genutzt werden, wenn diese Keimtemperatur nicht gewährleistet ist.

Die Vorzucht von Tomaten kann ab Anfang März erfolgen. Spätestens Ende April bis Anfang Mai sollten Tomaten ausgesät werden. Die empfohlene Keimtemperatur beträgt 18 bis 22 Grad Celsius. Um einen kompakten Wuchs zu erzielen, sollten Tomaten nach der Keimung an einem hellen Ort mit Temperaturen von 16 bis 18 Grad Celsius stehen.

Gurken können von Ende März bis Anfang April vorgezogen werden. Mitte Mai ist die Aussaat direkt ins Freiland möglich. Die Keimtemperatur sollte bei 20 bis 25 Grad Celsius liegen. Die Wachstumszeit von Gurken ist kürzer als von Tomaten. Gurken müssen daher nicht vorgezogen werden, sondern sie können direkt ins Freiland gesät werden.

Richtiger Zeitpunkt zum Vorziehen von Gemüse
Paprika und Chili können bereits ab Mitte Januar bis Ende Februar vorgezogen werden, um eine frühe Ernte zu ermöglichen. Ende März bis Anfang April ist der letzte Zeitpunkt für die Aussaat – Foto: © Petra Schueller #107766264
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Keimbedingungen der Pflanzen beachten

Nicht alle Gemüsepflanzen keimen bei Temperaturen von mehr als 20 Grad Celsius am besten. Einige Pflanzen benötigen niedriger Temperaturen. Auch die Ansprüche an die Lichtverhältnisse zum Keimen unterscheiden sich.

Kühlkeimer oder Frostkeimer, zu denen Bärlauch, aber auch Zierpflanzen wie Christrose oder Pfingstrose zählen, benötigen einen Kältereiz für ihre Entwicklung. Die Samen sollten mit feuchtem Quarzsand gemischt und in eine Tüte gefüllt werden. Im Gefrierschrank oder im Gemüsefach im Kühlschrank bekommen sie den erforderlichen Kältekicke. Sie sollten dort vier bis sechs Wochen liegen, damit die Keimhemmung aufgehoben ist. Diese Pflanzen können auch bereits im Spätherbst ausgesät und im Winter in das Frühbeet gestellt werden.

Die meisten Gemüsesorten sind Dunkelkeimer. Die Samen müssen mit Substrat bedeckt werden, damit sie keimen können.

Lichtkeimer wie Dill oder Basilikum benötigen Licht zum Keimen. Die Samen dürfen daher nicht mit Substrat bedeckt werden.

Keimbedingungen der Pflanzen beachten
Die meisten Gemüsesorten sind Dunkelkeimer. Die Samen müssen mit Substrat bedeckt werden, damit sie keimen können – Foto: © VRD #105919260
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Geeignete Erde verwenden

Damit die Samen keimen und sich die Jungpflanzen gut entwickeln, kommt es auf die geeignete Erde für die Anzucht an. Anzuchterde ist gut geeignet, da sie nur wenige Nährstoffe enthält, gut durchlüftet ist und über eine gute Wasserspeicherfähigkeit verfügt.

Erde, die bereits benutzt wurde, sollte für die Anzucht nicht verwendet werden.

Trauermücken können sich darin bereits vermehrt haben und schädigen mitunter stark die Wurzeln der Jungpflanzen. Um die Übertragung von Schimmelpilzen und anderen Krankheitserregern zu verhindern, müssen auch die Anzuchtgefäße sauber sein. Wurden sie bereits benutzt, müssen sie gesäubert und desinfiziert werden.

Veränderung der Temperaturbedürfnisse

Bei Gemüsesorten, die eine Keimtemperatur von 20 bis 24 Grad Celsius bevorzugen, verlängert sich die Keimdauer, wenn diese Temperaturen nicht gegeben sind. Das ist kein Problem, doch sollte die Erde nicht zu feucht gehalten werden, da sich sonst Schimmelpilze entwickeln.

Die Ansprüche der Pflanzen an die Temperatur verändern sich nach der Keimung. Bereits wenn die ersten grünen Spitzen sichtbar sind, sollte die Lichtintensität erhöht und die Temperatur gesenkt werden. Eine gute Belichtung ist an einem Ost- oder Westfenster gewährleistet. Ein Südfenster ist nicht geeignet, da es dort zu warm werden kann.

Fast immer sollte die Umgebungstemperatur für die jungen Pflanzen nach der Keimung niedriger sein. Ein unbeheiztes Schlafzimmer ist gut geeignet.

Veränderung der Temperaturbedürfnisse
Bereits wenn die ersten grünen Spitzen sichtbar sind, sollte die Lichtintensität erhöht und die Temperatur gesenkt werden – Foto: © Petra Schueller #248701186
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Jungpflanzen nicht zu feucht halten

Die Jungpflanzen sollten nach dem Keimen nicht zu feucht gehalten werden, damit sich keine Pilze ansiedeln und die Wurzeln der Sämlinge nicht faulen. Bei der Umfallkrankheit, die durch Pilze verursacht wird, faulen die Sämlinge von der Wurzel ab, wenn die Jungpflanzen bereits gut gekeimt sind. Mit sparsamem Gießen lässt sich das verhindern.

Wenn weniger gegossen wird, können die Pflanzen gedrungener und kräftiger wachsen.

Platzbedarf der Jungpflanzen beachten

Die Jungpflanzen benötigen in jeder Woche mehr Platz. Zeigt sich am Haupttrieb das zweite oder dritte Blattpaar, müssen die Pflanzen vereinzelt werden. Die Sämlinge werden einzeln in einen Topf gesetzt. Als Substrat eignet sich Pflanzerde.

Beim Pikieren werden die Wurzeln gekürzt, damit sie sich verzweigen können.

Gurken, Kürbisse, Bohnen, Erbsen und Sonnenblumen müssen nicht pikiert werden. Die Samen sind groß genug und können daher einzeln oder in kleinen Gruppen gesät werden.

Pflanzen ins Freie bringen

Bevor die Jungpflanzen endgültig ins Freie gebracht werden, ist es sinnvoll, sie einige Wochen vorher an einem kühlen und hellen Platz abzuhärten. Das Frühbeet ist geeignet und sollte zum Schutz vor Nachtfrösten abgedeckt werden. Am Tage können die Pflanzen bereits an einem hellen Platz im Freien stehen.