Viele Menschen finden die Zahlung mit Karte oder Smartphone praktisch, während andere noch immer die Zahlung mit Bargeld bevorzugen. Allerdings nimmt die Zahl der Kassen zu, die kein Bargeld mehr akzeptieren.
Für Menschen ohne Zugang zu digitalen Zahlungsmethoden kann das zum Ausschluss von der gesellschaftlichen Teilhabe führen.
Inhaltsverzeichnis
Verbraucherschützer warnen vor Rückgang der Bargeldakzeptanz
Eine Alternative zu den Kassen in den Supermärkten können Bezahlterminals sein. Die Kunden können dort ihre Waren selbst scannen und dann zumeist mit Karte bezahlen. Die Barzahlung ist an den Bezahlterminals in den meisten Fällen nicht möglich.
Solche SB-Kassen mit Bezahlterminals etablieren sich in immer mehr Supermärkten, aber auch in Baumärkten und Drogeriemärkten.
Verbraucherschützer warnen davor, dass die Hürden, Alltagskäufe mit Bargeld zu bezahlen, immer größer werden.
Dorothea Mohn, Finanzexpertin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, spricht davon, dass die Akzeptanz von Bargeld im Handel, in der Gastronomie und für öffentliche Verwaltungsleistungen kontinuierlich sinkt. Sie warnt davor, dass für Menschen, die keinen Zugang zu digitalen Zahlungsmethoden haben, der Ausschluss von der gesellschaftlichen Teilhabe droht. Das betrifft insbesondere ältere Erwachsene, aber auch Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus kann es durch längere Wartezeiten zu Konflikten kommen.

Barzahlungen auch ohne Internet möglich
Digitale Zahlungsmethoden sind für die Anbieter bequem, denn sie reduzieren den Aufwand mit Scheinen und Münzen, aber auch das Diebstahlrisiko. Bargeld hat jedoch Vorteile für Kunden, denn es funktioniert immer, auch bei Stromausfällen und ohne Internet. Es ermöglicht eine einfache Kontrolle über die Ausgaben und schützt die Privatsphäre.
Probleme, wie sie bei digitalen Zahlungen auftreten können, gibt es bei Bargeld nicht. Bei Kartenzahlungen werden Karten nicht immer akzeptiert oder das Kartenterminal funktioniert nicht.
Bargeld ist in Deutschland immer noch beliebt, doch die Nutzung von Bargeld nimmt ab. Laut einer Studie der Bundesbank von 2023 wurden 51 Prozent der alltäglichen Zahlungsvorgänge mit Bargeld getätigt. Das sind sieben Prozentpunkte weniger als bei einer Studie von 2021.

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Barzahlungen bei neuen Technologien nicht erschweren
Verbraucherschützer fordern, dass auch bei neuen Technologien Barzahlungen weiterhin problemlos möglich sein sollen. Sie dürfen bei den Selbstbedienungskassen, aber auch an Automaten für Tickets von Bahnen und Bussen sowie für Parkscheine nicht erschwert werden. In einem Forderungspapier spricht sich der Verband für eine Quote von Bargeld aus. Wie sich die sinkende Bargeldakzeptanz auf Trinkgeld in Deutschland auswirkt, erfahren Sie im Artikel Trinkgeld in Deutschland.
Im Einzelhandel gibt es ungefähr 710.000 Kassen. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI sind inzwischen 38.650 SB-Kassen vorhanden. Im Jahr 2023 waren es noch etwas mehr als 16.000 SB-Kassen. Von diesen Geräten befinden sich zwei Drittel im Lebensmittelhandel. Nicht an allen diesen Geräten ist die Barzahlung möglich.
Große Scheine als Ausnahme von der Bargeldakzeptanz
Die Verbraucherzentralen fordern, dass Ausnahmen von der Pflicht zur Bargeldakzeptanz eng gefasst, gesetzlich festgelegt und gut begründet werden müssten. Ausnahmen können gerechtfertigt sein, wenn trotz sorgfältiger Planung kein Wechselgeld zur Verfügung steht oder wenn der zu zahlende Betrag in einem deutlichen Missverhältnis zum Nennwert eines Geldscheins steht.
Der Verband der Verbraucherzentralen rief die Verbraucher auf, schwierige Fälle beim Bezahlen zu melden.
Von Mitte März bis Mitte Juni 2025 gingen online 1.300 Meldungen ein. Bargeld wird meistens noch in Behörden, im Handel und für Dienstleistungen akzeptiert. Die Akzeptanz nimmt jedoch weiterhin ab. In einigen Geschäften müssen selbst Kleinstbeträge digital bezahlt werden. Mit Karte oder Smartphone können oder wollen viele Verbraucher jedoch nicht bezahlen.
Flächendeckende Akzeptanz von Bargeld laut Bundesbank
Die Bundesbank legte im Dezember 2025 eine Untersuchung vor, nach der die Akzeptanz von Bargeld nahezu flächendeckend ist. Im Sommer 2025 war bei 2.000 Testkäufen in Einzelhandel, bei Dienstleistern und in der Gastronomie bei 98,7 Prozent der Fälle im ersten Anlauf die Barzahlung möglich.
Auf Rückfrage oder an anderen Kassen konnte bei 0,7 Prozent der Bezahlungen die Barzahlung erfolgen. Stichproben in Behörden ergaben jedoch, dass in 8 von 30 Fällen die Barzahlung nicht möglich war.
Laut einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen gab es jedoch größere Probleme. Diese Umfrage wurde vom Institut Eye Square vom 21. bis 30. Oktober 2025 durchgeführt. Daran nahmen 1.000 Menschen ab 16 Jahren teil, die das Internet nutzten. Von den Verbrauchern gaben 30 Prozent an, dass sie in Geschäften oder in einem Café nicht bar bezahlen konnten. Lediglich 67 Prozent konnten bar zahlen.








